Gewiss, das Frühaufstehen ist meine Sache nicht, aber für die heutige Lesung in der Alfred-Krupp-Schule in Essen hat es sich allemal gelohnt. Wobei es vielmehr war als „nur“ eine Lesung, es war Begegnung, Diskussion, Gedankenaustausch, Mini-Workshop und Lesung in einem.
Sieht vielleicht nicht nach viel aus, wenn ich Lyrik lesend in einem Klassenzimmer stehe, aber es kommt ja auch auf die Inhalte an. 😉Weiterlesen →
Längst hatte ich endlich mal ein Buch mit Gedichten und/oder Gedanken von Elke Erb haben wollen, aber irgendwas kam immer dazwischen, zuletzt sogar ihr Tod. Bis ich in diesem Jahr „Das Gedicht ist, was es tut“ unter meinen Geburtstagsgeschenken fand – Elke Erbs Berliner Rede zur Poesie des Jahres 2018 als zweisprachiges Buch, dessen englischsprachige Hälfte von Shane Anderson übersetzt wurde.
Wie kommt die Natur in die Literatur, könnte man fragen, denn in Deutschland ist das Genre Nature Writing nach wie vor nicht allzu weit verbreitet. Dabei geht ohne Natur – und zwar sowohl in Form unserer Um- und Mitwelt als auch als Teil von uns selbst – eigentlich gar nichts. Was sich im Park erleben lässt, wie wir uns selbst als Natur erfahren und was es mit einem Menschen macht, sich selbst zu verlieren, um diese und andere Themen geht es bei meiner Lesung am Donnerstag, den 27. Juni 2024 in de Stadtteilbibliothek in Essen-Huttrop:
Einfach bezaubernd ist Anne Serres kurzer Roman „Die Gouvernanten„, so eigen, schön und einnehmend, dass ich lesend die 92seitige Übersetzung von Patricia Klobusiczky erst verschlang, dann mich bewusst einbremsend auf jeder dritten Seite etwas Wunderbares hätte unterstreichen mögen, gegen Ende das Büchlein tagelang nicht mehr anfasste, um das unvermeidliche Erreichen der letzten Seite herauszuzögern. Liebend gern wäre ich mit den drei Gouvernanten noch viel länger, vielleicht auf immer in dem großen Haus im Park geblieben.
Liest sich wie von einer Fee mit eigensinnigem Humor verzaubert: „Die Gouvernanten“ von Anne SerreWeiterlesen →
Unweigerlich umgedreht ein jedes wird Kalenderblatt um Kalenderblatt verwandelt zum Großsegel deines Bootes und meine Bewegung entfacht den Wind der dich weiter und weiter forttreibt von dem Ufer des Lebens an dem ich stehe während du schläfst für immer allein
Wie, schon wieder fast vorbei, der Mai, und noch kein Wort von mir hier im Blog? Das soll so nicht bleiben, also versuche ich mich an einem Rückblick, bevor das Kalenderblatt fällt.
Er schaut zurück, doch ob er mit dem zufrieden ist, was er sieht, läasst sich aus der Rückenansicht von Gustave Caillebottes „Mann auf dem Balkon“ nicht sagenWeiterlesen →
Ist es fair, dass die einen erben und die meisten anderen leer ausgehen? Das ist doch die reine Eierstocklotterie, wie es Nora Abdel-Maksoud treffend in „Jeeps“ nennt. Rafael Sanchez hat das Stück jetzt am Essener Grillo-Theater inszeniert und ich hatte ziemlich viel Spaß an der schwarzen Komödie, die er daraus macht.
Heikle Stiuation im Jobcenter: Die Mitarbeiter Christopher Heisler (Gabor), Mansur Ajang (Armin) werden von Bürgergeldempfängerin Maude (Floriane Kleinpaß) in Schach gehalten, während sich ihre Freundin Silke (Bettina Engelhardt) noch an den Abstieg als enterbte Erbin gewöhnen muss. Foto: Nils HeckWeiterlesen →
Laut Untertitel handelt es sich bei Gil Ribeiros Roman um einen Portugal-Krimi. „Wie passend“, dachte ich vorhin, als ich das bei der Auswahl des Fotos noch einmal las. Dann fiel mir ein, hm, woher weiß ich das eigentlich, wenn ich bisher noch nie in Portugal war?
In den verbleibenden fünf (theoretisch sechs) Essays von Hustvedts „New Essays“ geht es teils um Beziehungen zwischen Menschen und bildender Kunst/Werken der Bilden Kunst und teils um gewaltvolle Beziehungen zwischen Menschen.
Wer mein Blog ein wenig kennt, weiß, ich bin ein großer Fan von Siri Hustvedt, und schätze inzwischen ihre Essays womöglich noch mehr als ihre Romane. Futter fürs Hirn bieten sie immer, und Material für Blogartikel ebenso. Heute geht es los mit Teil Eins meiner Gedanken zu „Mothers, Fathers, And Others“.