Einfach nur wunderbar

Manche Bücher sind so schön, berühren so tief, dass ich am Ende das Gefühl habe, ich muss sie ganz vorsichtig beiseite legen und erstmal durchatmen, das Erlesene überschlafen, bevor ich darüber schreiben kann. Einfach, weil diese Bücher zugleich so zart – so feingewoben – sind, dass sie ungemein zerbrechlich wirken, obwohl sie doch so stark in mir nachwirken. Was als paradoxes Bild ziemlich gut zu meiner Vorstellung von dem Armband aus dreiundreißig schimmernden Perlen passt, das Sharon Dodua Otoos Roman „Adas Raum“ durchzieht.

Das Cover der Taschenbuchausgabe von Sharon Dodua Otoos Roman "Adas Raum"
Öffnet Denkräume und Echokammern für fühlende Wesen: Sharon Dodua Otoos Roman „Adas Raum“.
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Gedankenband: Essays Two

Vor über einem Monat legte ich los, um mit meiner „Viererbande“ über vier Bücher zu schreiben, deren Lektüre ich gerade beendet hatte, und jetzt erst komme ich zum vierten und dicksten Buch: „Essays Two“ von Lydia Davis kommt immerhin auf 568 Seiten, prallvoll gefüllt mit klugen und anregenden Gedanken. Was natürlich auch heißt: Selbst oder gerade erst recht nach der langen „Wartezeit“ kann ich leider mit meinen Gedanken dazu die Fülle von dessen Inhalt allemal an der Oberfläche streifen …

Das Hardcover von Essays Two von Lydia Davis
Mag recht schwer in der Hand liegen, beflügelt aber dennoch das Denken: Lydia Davis
„Essays Two“
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Glauser-Gratulationen, leicht verspätet

Am letzten Wochenende waren sie der Höhepunkt der CRIMINALE, die dieses Jahr in Darmstadt stattfand: Die Verleihungen der Glauser-Preise für den besten Kurzkrimi, den besten Kinderkrimi, den besten Jugendkrimi, das beste Debüt und den besten Kriminalroman des Jahrs 2022. Ich konnte leider nicht vor Ort sein, nur indirekt mitwirken, indem ich die Vorlesetexte für die Bühne im Vorfeld auswählte. Hier nun leicht verspätet, aber nicht minder herzlich meine Gratulation an alle Gewinnerinnen und Gewinner!

Die Cover der Glauserpreisträger
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Opernnotiz

Irgendwann im April muss es gewesen sein. Endlich kam ich dazu, mir „Madame Butterfly“ im Essener Aalto Theater anzuschauen und natürlich auch anzuhören. Und was soll ich sagen? Man mag dem Bühnenbild (Alfred Peter) mit Obama-Konterfei die 12 Jahre ansehen, die seit der Premiere von Tilman Knabes Inszenierung vergangen sind, aber das Werk ist so frisch und berührend, als sei man bei seiner Entstehung anwesend.

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Gänseblümchentage

Ganz normale Tage gefüllt mit Alltäglichem, wie eine Kette aus lauter Gänseblümchen. Keine großartigen Aufregungen, weder im negativen noch im postitiven Sinne. Danach sehne ich mich gerade. Und fand gestern ganz überraschend an einem solchen Gänseblümchentag gleich eine Milchstraße aus Blüten:

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Konzertkurznotizen

Letzten Samstag in der Philharmonie hatte ich die Freude, das Royal Concertgebouw Orchestra dirigiert von Matthias Pintscher mit drei modernen bzw. einem klassisch-modernen und zwei zeitgenössischen Stücken zu erleben: „Konzert für Orchester“ der slowenischen Komponistin Nina Senk, einer Auswahl aus Pintschers „Shirim“ und Béla Bartóks „Der wunderbare Mandarin.“ – wobei das Wunderbarste des Abends womöglich in der Duda Paiva Company bestand, die letzteres, also die Pantomime in einem Akt, mit/als Puppen tanzend aufführten.

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Generationenbande

Manche Begriffen sind viel benutzt, aber doch von der Bedeutung her etwas schwammig. Generation etwa – wenn man die Bedeutungen „Nachkommen einer/s gemeinsamen Vorfahrin/ens“ und „durchschnittlich Dauer des Intervalls zwischen der Geburt der Eltern und der Geburt ihrer Kinder“ weglässt und sich auf die „Menschen, die etwa zur selben Zeit geboren werden/wurden und leben/lebten“ als Gruppe beschränkt: was genau verbindet diejenigen über den zeitlichen Zufall hinaus? Gisa Klönnes „Für diesen Sommer“ zu lesen war für mich in diesem Zusammenhang fast so etwas wie eine kleine Erleuchtung.

"Für diesen Sommer" von Gisa Klönne als Hardcover auf dem Holzfußboden meines Arbeitszimmers.
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Erinnerungsdinge

Es ist schon eine seltsame Sache mit Erinnerungsstücken – ein Gegenstand wird zum Symbol eines kleineren oder größeren Komplexes aus Ereignissen und Emotionen, Erfahrungen gar. Ein solches Ding zu verlieren, was ja im Leben immer wieder vorkommt, zumal sich Erinnerungen gern an alles Mögliche und auch Alltägliches haften, kann sehr schmerzhaft sein. Aber manchmal kommt unerwartet auch ein solches Ding zu einem zurück – oder doch sein Brüderchen, sozusagen:

Ein Schlüsselanhänger in Form eines zerlegbaren. grünweißen Plastikroboters
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Spazierbande?

Zurück vom wolkenverhangenen Spaziergang im Wäldchen um die Ecke wartet auf dem Schreibtisch Carsten Henns „Der Buchspazierer“ darauf, von mir erwandert, pardon: beschrieben zu werden.

"Der Buchspazierer" von Carsten Henn auf einem Holzfußboden liegend.
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Viererbande

Richtig elegant sehen die vier Bücher aus, wie sie da so nebeneinanderstehen. Dabei eint die beiden Romane, die Erinnerungen und den Essayband ja nur ein Zufall – nämlich, dass ich sie in den letzen Wochen zuende gelesen habe und jetzt über sie schreiben kann (während ich bei anderen Büchern noch eine Sperrfrist beachten muss). Aber der Reihe nach. Beginne ich also mit dem Buch, was ich als letztes zur Hand nahm und auch zuletzt auslas, mit den Erinnerungen von Maria Gräfin von Maltzan: „Schlage die Trommel und fürchte dich nicht„.

Die Buchrücken von vier Büchern vor einer weißen Wand. Die Titel sind: Gisa Klönne "Für diesen Sommer", "Der Buchspazierer" von Carsten Henn, "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht" von Maria Gräfin von Matzan und "Eassys Two" von Lydia Davis
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