Ich weiß nicht, ob ich von Rupi Kaur schon etwas gehört hatte, bevor mir eine Freundin ihr Printdebüt „milk and honey“ schenkte. Da ich nicht auf Instagram bin, bleiben fast alle „Instaphänomene“ unterhalb meiner Wahrnehmungsschwelle und das ist auch gut so. Bei diesem Buch hätte ich allerdings möglicherweise etwas verpasst.
Zugegeben, in der aktuellen Hitzewelle des aktuellen Hitzerekordjahres liest sich der Titel „Englischer Sommer“ verführerisch. Dass dieses Taschenbuch aus dem Jahr 1980 stammt und posthum herausgegebene, kürzere Werke Raymond Chandlers in der Übersetzung von Wulf Teichmann und Hans Wollschläger versammelt, legt die Vorstellung kühler, leicht verregneter Sommertage nahe. Leider kann ich nicht einmal bei der titelgebenden Geschichte, in der sich eine englische Dame ganz undamenhaft ihres Gatten entledigt und dabei ungefragt den amerikanisch-naiven, ehrenhaft-coolen Ich-Erzähler benutzt, von erfrischenden literarischen Erkenntnissen sprechen.
Auf wen zielt sie – und vor allem; auf wen zielt das Buch – tatsächlich?Weiterlesen →
Bei manchen Büchern sind die Wege, die sie zu uns zu nehmen, ähnlich verschlungen wie die Geschichten, die sie erzählen. Charles Lewinskys „Der Stotterer“ war 2019 Teil eines Bücherpakets, das der Stammtisch des Syndikats bei seiner jährlichen Benefizlesung am Krimitag im Dezember verloste. Während ich als Mitorganisatorin und Moderatorin bei der Veranstaltung auf der Bühne stand und mein Bestes gab, um kriminelle literarische Aktivitäten in Spenden für einen guten Zweck umzumünzen, gewann meine Nachbarin, die im Publikum saß, eben dieses Bücherpaket. Und am nächsten Morgen lag „Der Stotterer“ mit dem Hinweis, für mich sei dieses Buch sicher interessant, vor meiner Tür.
Was bleibt zehn Tage nach der letzten Aufführung von Johan Ingers modernem Ballett „Carmen“ nach Motiven von Georges Bizets Oper im Essener Aalto-Theater? Die Besetzungsliste der Nachmittagsvorstellung vom 19.7.26 ist inzwischen leider von der Webseite der TUP verschwunden, der Wunsch, die Ballettversion, die laut der weiterhin abrufbaren Beschreibung der Choreographie den liebeskranken Don José in den Mittelpunkt stellt, ein weiteres Mal sehen zu wollen, ist geblieben. Doch der Reihe nach …
Draußen ist es heiß, drinnen ist viel zu tun, und manches belastet, also hinke ich mal wieder hinterher, was hier im Blog nun wahrlich nichts Neues ist. Zwischendrin würde ich mich am allerliebsten ermattet auf ein Fauteuil, eine Chaiselongue oder eine Ottomane, meinetwegen auch auf einen Liegestuhl sinken lassen und vielleicht nicht gleich in Schönheit sterben (da gäb es eh ein gewisses Problem … ;-)), aber wenigstens schön schwitzen und sitzen. Und das alles nur, weil vorgestern dieses Werk meinen Kunsttageskalender zierte:
Hitze – Ölgemälde von Florine Stettheimer aus dem Jahr 1912Weiterlesen →
Es hat Tradition, was man an der Ordnungszahl VI erkennt, und ist doch immer wieder neu, einer Wundertüte gleich: Der Abend mit Arbeiten Junger Choreograf*innen namens „Ptah VI“, von dem ich in dieser Saison die letzte Vorstellung im Grillo-Theater sah.
Es war mein erstes Buch von Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah, aber es wird ganz sicher nicht mein letztes sein: Afterlives, das die Geschichten von Khalifa, Ilyas, seiner Schwester Afiya und Hamza mit der Geschichte Ostafrikas und seiner Kolonialmächte Deutschland und England im 20. Jahrhundert verwebt und die Lesenden dabei so fesselt wie eins Sherezade ihren Sultan.
Nachdem nun auch der Nachbar seinen Rasenmäher abgestellt hat – irgendetwas scheint ihn geradezu dazu zu zwingen, spätestens alle 14 Tage montags den Rasen zu mähen, komme was wolle -, liegt wieder träge Sommerstille über unserem Viertel. Und das erinnert mich an ein Gedicht, das ich vor ein paar Jahren schrieb: