Im Fluss

Manchmal wird das Leben unvermutet ganz leicht und alles fließt wie von selbst:

Über einem Weizenfeld spannt sich weit ein strahlend baluer Sommerhimmel, den einige Schäfchenwolken zieren. In der rechten oberen Ecke des Bldes Blattwerk eines Baumes, als blicke man entspannt aus dem Schatten auf die Sommerlandschaft.
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Dazwischen

Was in „Auftakt“ mit der Frage nach dem Ich, dem Traummädchen und der Kindheit begann, führt im zweiten der insgesamt fünf Gedichte mitten hinein ins Dazwischensein des Werdens als Teenager:

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Auftakt

Frühling, alles wird neu und schön und weit. In diese Weite hinein entlasse ich nun eine Handvoll Gedichte, auf dass sie nicht mehr im Dunkel der virtuellen Schublade schmachten müssen. Und das ist das erste der fünf:

Vor einem dunklen Wolkenhimmel zeichnen sich hell leuchtend im Park einige Bäume in noch zartem Grün ab, Vorn links ein rosa blühender Busch.
Frühling im Park, Neubeginn des Lebens oder wenigstens doch eine Auffrischung für die Lebensfreude.
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Beeindruckende Ballettpremiere: Relations

Umwerfend, berührend, auch komisch, voller Momente, Bilder und Eindrücken, die mich noch am nächsten Tag nach Atem und um Worte ringen lassen, dazu ungemein gedankenanregend – das ist die kürzeste Form, auf die ich mein Erleben der gestrigen Premiere von „Relations„, dem Tanz-Triptychon mit Werken von Jiří Kylián und Johan Inger am Aalto Theater bringen kann.

Eine Tänzerin in einem schwarzen langen Kleid mit einem breiten roten Streifen in der Mitte beugt sich auf einem Bein stehend zur Seite in eine geschwungene Standwaage, wobei ihre über dem Kopf halb rund gehaltenen Arme ihr fast etwas von einem Schwan geben. Ihr Partner steht in einer Art Plier, also mit gebeugten Knien, hinter ihr und hat seinen Kopf an ihren Rücken gelehnt. Sein einer Arm liegt auf ihrem hinteren, der andere an ihrem nach oben gestreckten bein. Sie schaut nach unten, er direkt nach vorn in die Kamera.
Konzentriert und eigentlich ganz klassisch, wäre da nicht sein Blick, der den der Betrachtenden bannt. Eine Moment in „Forgotten Land“ von Jiří Kylián mit Kieren Bofinger und Mariya Tyurina (Foto: Bettina Stöß)
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Mit starkem Nachhall: „Recitatif“

Es ist schon eine kleine Ewigkeit her, dass ich das letzte Mal etwas von Toni Morrison las. In meinem zugegeben überfüllten und von daher nur bedingt übersichtlichen Bücherregal mit der Belletristik zeigt sich das allein schon daran, dass dort die deutschen Ausgaben von „Solomons Lied“ und „Sehr blaue Augen“ stehen, zwei ihrer Bücher aus den 1970ern, mit denen ich sie in den frühen 1980ern kennenlernte. Wo „Sula„, „Tar Baby“ und vor allem „Jazz“ abgeblieben sind, frage ich mich … aber hier und jetzt soll es ja um „Recitatif“ gehen, der einzigen Kurzgeschichte von ihr, die 1983 zum ersten Mal erschien, und die ich nun endlich in der Penguin Random House Ausgabe von 2022 gelesen habe.

Das bunte Cover von toni Morrisons "Revitatif" zieren organisch gerundete Flächen in gebrochenen Farben, die sich teils überschneiden Wo dies geschieht, entstehen Mischtöne. Zwei rote Linien durchqueren gebogen und leicht wellig das Bild - die eine in der linken Ecke und die andere trennt das untere, dunklere Drittel vom Rest.
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Kazuo Ishiguro: Klara and the Sun

Eintauchen in unbekannte Welten, die wir durch fremde Augen kennenlernen, während wir mit Wesen mitfiebern, die es in unserer Wirklichkeit außerhalb der Buchseiten nicht gibt, so ließe sich für mich die gelungene Lektüre eines Romans oder einer Erzählung zusammenfassen. Bei Kazuo Ishiguro geht die Sache gern mal einen Schritt weiter, und so sitze ich nun hier und frage mich, was sähe Klara, könnte sie mich sehen?

Das rote Cver von Kazuo Ishiguros "Klara and the Sn" hat in der Mitte ein hellblaues Rechteck, in dessen rechter oberer Ecke ein gelber Kreisausschnitt zu sehen ist - als luge die Sonne in ein Fenster hinein.
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Mehr Poesie wagen!

Nicht nur das – denn beim nächsten Spoken Word am Wasserturm stehen auch Prosastücke, Essayistisches und ein szenische Lesung auf dem Programm. Wer Lust auf Literatur in guter Nachbarschaft hat und am Dienstag, den 24. März 2026 in Essen ist, ist jedenfalls herzlich eingeladen in den Stadtteilladen in der Kurfürstenstraße 8.

Im Logo von "Spoken Word" am Wasserturm - Die Poesie der Stadt ist der Titel zusammen mit dem kleineren Hinweis "mit den Essener Autorinnen Mischa Bach & Christina Czeschik rund um die Information "Dienstag, 24.03.26 - 19 Uhr - im neuen "Zuhause": Kurfürstenstraße 8 Essen Südostviertel angeordnet. Schräg darunter steht "Offene Bühne für Gedichte, kurze Texte oder Geschichten, Eindrücke, Skizzen, Ideen ... Du möchtest auftreten? E-Mail an: spoken.word.wasserturm@posteo.de" Daneben etwas schräg gesetzt ein pinkfarbener unterlegter Kasten mit den Infos "Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19 Uhr - Ende: ca. 21 Uhr - Eintritt: frei" links oben deutet ein pinkfarbener Pfeil auf einen vioeletten Kreis, in dem in weißer Schrift "Jetzt im neuen 'Zuhause'!" zu lesen steht rechts oben in der Ecke die weiße Shilouette des Wasserturms umgeben von Wohnhäusern, darüber eine Sonne, darunter steht weißer Schrift "Zuhause am Wasserturm"
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Dennoch Frühling

Dieser Tage fällt es mir oft schwer, Worte zu finden für das, was ich denke und fühle. Zu viel Geschrei und Krieg, zu viel Hass und Hetze, mittendrin meine Mutter, die die Sprache und sich selbst immer mehr verliert, das macht es schwer, die eigene innere Stimme zu hören. Und was hat dieses zarte Etwas schon zu sagen angesichts all dessen, was um uns herum passiert? Vielleicht so etwas wie dieses Gedicht, dass ich vor gut vier Jahren, kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine schrieb:

Der Blick geht einen mächtigen Baumstamm hinauf in den strahlend blauen Himmel. An den noch kahlen Ästen zeichnen sich zarte rötliche Blüten ab.
Es gibt Tage, da wünschte ich, ich wäre unerschütterlich und stets dem Himmel zugewandt wie ein Baum.
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Sylvie Schenk: Maman

Irgendwie erscheint es passend, über dieses Buch zu schreiben, nachdem heute Nacht meine Mutter eine kryptische Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterließ, von der sie am Morgen nichts mehr wusste. Denn um Mütter und Unklarheit geht es auch in Sylvie Schenks „Maman“ – bloß dass es da um die Vergangenheit, die Geschichte der Mutter geht, während meine Mutter mehr und mehr in der Gegenwart verschwindet.

Das Cover der Taschenbuchausgabe von Sylvie Schenks Roman "Maman" ist in Grüntönen gehalten und erinnert an ein Stück Stoff mit floralen Mustern, das leicht verknittert daliegt. Es trägt einen tunden roten Aufkleber, in dem in weißer Schrift "Shortlist Deutscher Buchpreis 2023" stehtl. In der unteren Hälfte steht in weiß unter dem Namen der Autorin der Titel des Buches. Es liegt auf einem Bücherstapel. vom darunterliegenden Buch ist Teil einer roten Stahlkonstruktion zu erkennen.
Ein poetisches Buch mit einem passenden Cover: „Maman“ von Sylvie Schenk
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Ocean Vuong: On Earth We’re Briefly Gorgeous

Ich weiß nicht mehr genau, wann und wo ich die Rezension von Ocean Vuongs Roman „On Earth We’re Briefly Gorgeous“ las, der im Jahr 2019 erschien. Sie muss interessant genug gewesen sein, um erst einen Eintrag in meinem Zukunftslektüren-Notizbuch zu hinterlassen und später auf meiner Wunschliste im Onlineshop meiner Lieblingsbuchhandlung zu landen. Dort vor Ort begegnete ich dem Buch im letzten Herbst bei einer anderen Lesung – unmittelbar nachdem es online geheißen hatte, es sei nicht mehr lieferbar. Ich konnte also gar nicht anders, als es auf der Stelle zu kaufen.

Das Cover der Taschenbuchausgabe von Ocean Vuongs "On Earth we're Briefly Gorgeous" ist eine schwarz-weiße Nahaufnahme einer Umarmung, auf der eine Schulter, verschlungene Arme und Hände zu sehen, die Personen aber nicht zu identifizieren sind. Man kann nur vermuten, dass sich hier zwei junge Männer mit verzweifelter Intensität aneinander festhalten.
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