Frühling, alles wird neu und schön und weit. In diese Weite hinein entlasse ich nun eine Handvoll Gedichte, auf dass sie nicht mehr im Dunkel der virtuellen Schublade schmachten müssen. Und das ist das erste der fünf:

Frühling, alles wird neu und schön und weit. In diese Weite hinein entlasse ich nun eine Handvoll Gedichte, auf dass sie nicht mehr im Dunkel der virtuellen Schublade schmachten müssen. Und das ist das erste der fünf:

Es ist schon eine kleine Ewigkeit her, dass ich das letzte Mal etwas von Toni Morrison las. In meinem zugegeben überfüllten und von daher nur bedingt übersichtlichen Bücherregal mit der Belletristik zeigt sich das allein schon daran, dass dort die deutschen Ausgaben von „Solomons Lied“ und „Sehr blaue Augen“ stehen, zwei ihrer Bücher aus den 1970ern, mit denen ich sie in den frühen 1980ern kennenlernte. Wo „Sula„, „Tar Baby“ und vor allem „Jazz“ abgeblieben sind, frage ich mich … aber hier und jetzt soll es ja um „Recitatif“ gehen, der einzigen Kurzgeschichte von ihr, die 1983 zum ersten Mal erschien, und die ich nun endlich in der Penguin Random House Ausgabe von 2022 gelesen habe.

Eintauchen in unbekannte Welten, die wir durch fremde Augen kennenlernen, während wir mit Wesen mitfiebern, die es in unserer Wirklichkeit außerhalb der Buchseiten nicht gibt, so ließe sich für mich die gelungene Lektüre eines Romans oder einer Erzählung zusammenfassen. Bei Kazuo Ishiguro geht die Sache gern mal einen Schritt weiter, und so sitze ich nun hier und frage mich, was sähe Klara, könnte sie mich sehen?

Nicht nur das – denn beim nächsten Spoken Word am Wasserturm stehen auch Prosastücke, Essayistisches und ein szenische Lesung auf dem Programm. Wer Lust auf Literatur in guter Nachbarschaft hat und am Dienstag, den 24. März 2026 in Essen ist, ist jedenfalls herzlich eingeladen in den Stadtteilladen in der Kurfürstenstraße 8.

Dieser Tage fällt es mir oft schwer, Worte zu finden für das, was ich denke und fühle. Zu viel Geschrei und Krieg, zu viel Hass und Hetze, mittendrin meine Mutter, die die Sprache und sich selbst immer mehr verliert, das macht es schwer, die eigene innere Stimme zu hören. Und was hat dieses zarte Etwas schon zu sagen angesichts all dessen, was um uns herum passiert? Vielleicht so etwas wie dieses Gedicht, dass ich vor gut vier Jahren, kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine schrieb:

Irgendwie erscheint es passend, über dieses Buch zu schreiben, nachdem heute Nacht meine Mutter eine kryptische Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterließ, von der sie am Morgen nichts mehr wusste. Denn um Mütter und Unklarheit geht es auch in Sylvie Schenks „Maman“ – bloß dass es da um die Vergangenheit, die Geschichte der Mutter geht, während meine Mutter mehr und mehr in der Gegenwart verschwindet.

Ich weiß nicht mehr genau, wann und wo ich die Rezension von Ocean Vuongs Roman „On Earth We’re Briefly Gorgeous“ las, der im Jahr 2019 erschien. Sie muss interessant genug gewesen sein, um erst einen Eintrag in meinem Zukunftslektüren-Notizbuch zu hinterlassen und später auf meiner Wunschliste im Onlineshop meiner Lieblingsbuchhandlung zu landen. Dort vor Ort begegnete ich dem Buch im letzten Herbst bei einer anderen Lesung – unmittelbar nachdem es online geheißen hatte, es sei nicht mehr lieferbar. Ich konnte also gar nicht anders, als es auf der Stelle zu kaufen.

Diesen 2017 erschienenen Roman schenkte ein lieber Verwandter vor über einem Jahr meinem Lieblingsmenschen, und weil dieser sehr langsam bzw. eher wenig liest, wenn es um Romane geht, die nicht unter Science Fiction fallen, habe ich mir Martin Beckers „Marschmusik“ gegriffen und gelesen.

Es muss vor rund drei, vielleicht sogar vor vier Jahren gewesen sein, als ich dieses Buch aus dem Haus meiner Eltern mitnahm, in dem sie damals noch beide zusammen lebten. Ich wollte Small World, das erste Buch aus Martin Suters „Neurologischer Trilogie“, das sich mit Demenz befasst, als mögliche ergänzende Lektüre für einen meiner Unikurse lesen. Doch dazu kam es erstmal nicht.
