Am nächsten Tag, unserem letzten in Münster, hatten wir die Qual der Wahl: Allwetterzoo mit Pferdemuseum, gar obendrein noch zum Freilichtmuseum auf der anderen Seite des Aasees oder die Kunstmuseen in der Stadt erkunden?





Am nächsten Tag, unserem letzten in Münster, hatten wir die Qual der Wahl: Allwetterzoo mit Pferdemuseum, gar obendrein noch zum Freilichtmuseum auf der anderen Seite des Aasees oder die Kunstmuseen in der Stadt erkunden?





Am nächsten Tag, unserem zweiten in Münster, ging’s nach dem Frühstück zum Domplatz, denn den Wochenmarkt dort hatte man uns wärmstens empfohlen. In der Tat, selbst wenn man nur schauen und nicht kaufen möchte (die Pfifferlinge hätten mich durchaus gereizt, aber so groß war der Kühlschrank im Hotel dann auch wieder nicht) ist das den Spaziergang wert. Und wo wir nun schon mal da waren, besuchten wir bei der Gelegenheit auch den St-Paulus-Dom selbst. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass wir genau um 11 Uhr an der astronomischen Uhr im Chorumgang vorbeikamen und so das Tutemännchen (das heißt wirklich so) trompeten und seine Frau elf Mal die Glocke schlagen hören und sehen konnten.





Wenn die Tage kürzer und die Abende länger werden, beginnt mit dem Ende des Sommers das Abenteuer der neuen Theatersaison. Am Schauspiel Essen startete sie gestern mit Henrik Ibsens „Die Wildente“ in der Inszenierung von Intendantin Selen Kara. Ein Klassiker lockt mit dem Versprechen, uns Altes oder auch Zeitloses neu zu sehen ins Grillotheater.

„Ihr reist nach Münster?“ Stimme und Augenbrauen klettern in die Höhe und der Blick ist erstaunt, als hätten wir verkündet, Ferien auf der Venus machen zu wollen. Doch, mal ehrlich, wenn Urlaub so etwas ist wie ein Ausstieg aus dem Alltag auf Zeit, was spricht dann dagegen, letztere gerade nicht in langen Schlangen am Flughafen, endlosen Staus oder mit all den ungewollten Verzögerungen auf Fernreisen mit der Bahn zu verbringen, und statt dessen gut gelaunt in eine Regionalbahn ein- und noch besser gestimmt eine Stunde später wieder auszusteigen?



Kaum sind die Sommerferien vorbei, starten wir mit unserer offenen Lesebühne erneut durch: Am Dienstag, den 29. September 2026 gibt’s endlich wieder die Poesie der Stadt beim Spoken Word am Wasserturm. Wer mit auf die Bühne möchte, um kurze Prosa, Lyrik, Szenen oder anderes vorzutragen, meldet siche per Mail unter spoken.word.wasserturm@posteo.de an, alle anderen, die „nur“ zuhören möchten, kommen einfach so in der Kurfürstenstr. 8 vorbei. Die Veranstaltung startet um 19 Uhr, Einlass ist ab 18:30 Uhr und der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf euch! 🙂

Experiments in Kishotenketsu hat Garret Ray Harriman sein 2016 erschienenes Buch „lost in the 4erst“ untertitelt. Als ich Anfang 2025 zum ersten Mal dem Begriff Kishotenketsu begegnete, der eine auf 4 ‚Akten‘ oder Elementen basierende Art des Erzählens bezeichnet, die ohne Konflikt auskommt, war Harrimans Buch das einzige, das sofort zu haben war, also bestellte ich es. Jetzt habe ich es ausgelesen.

Manchmal versteckt sich die Inspiration und die Ideen lassen sich nur mit Mühe hervorlocken. Andere springen einen unvermutet an. So wie heute Nacht beziehungsweise heute Früh:
WeiterlesenIn den 2000ern war ich in diversen Jurys, in denen es vor allem darum ging, den besten Krimi des Jahres zu finden. Das war spannend, führte jedoch dazu, dass ich mich mehr oder weniger sattgelesen hatte, was das Genre angeht. Um so überraschter war ich, dass ich „Blaue Nacht“ (2016) von Simone Buchholz, das auf einem meiner ungelesenen Bücherstapel lag, jetzt gar nicht mehr aus der Hand legen mochte.

Ich weiß nicht, ob ich von Rupi Kaur schon etwas gehört hatte, bevor mir eine Freundin ihr Printdebüt „milk and honey“ schenkte. Da ich nicht auf Instagram bin, bleiben fast alle „Instaphänomene“ unterhalb meiner Wahrnehmungsschwelle und das ist auch gut so. Bei diesem Buch hätte ich allerdings möglicherweise etwas verpasst.

Zugegeben, in der aktuellen Hitzewelle des aktuellen Hitzerekordjahres liest sich der Titel „Englischer Sommer“ verführerisch. Dass dieses Taschenbuch aus dem Jahr 1980 stammt und posthum herausgegebene, kürzere Werke Raymond Chandlers in der Übersetzung von Wulf Teichmann und Hans Wollschläger versammelt, legt die Vorstellung kühler, leicht verregneter Sommertage nahe. Leider kann ich nicht einmal bei der titelgebenden Geschichte, in der sich eine englische Dame ganz undamenhaft ihres Gatten entledigt und dabei ungefragt den amerikanisch-naiven, ehrenhaft-coolen Ich-Erzähler benutzt, von erfrischenden literarischen Erkenntnissen sprechen.
