Schreibhaltungen

Manchmal nervt mich dieser Körper gewaltig – etwa, wenn er mich mal wieder keine Haltung finden lässt, in der Schreiben einigermaßen schmerzfrei möglich wäre. Ein Problem, das durch die Fuß-OP samt Nebenwirkungen (ich bin nicht fürs Sofasitzen gebaut und menschliche Hüften spürbar nicht fürs dauernde Hochlegen der Füße) ganz sicher nicht besser wird. Aber ist das auch ein Grund, den Stapel ausgelesener, aber unbeschriebener Bücher weiter anwachsen zu lassen?

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Nachmittagsmüde

Ich wollte —

Ich wollte --
sie singen, zwitschern, jubilieren 
Ich sollte --
die Sonne schickt uns träge Strahlen
Ich will doch --
selbst die Wolken bleiben heut' formlos
Ich will jetzt --
das erste Grün der Bäume brilliert und doch
Also wirklich --
diesig ist das Nachmittagslicht
und ich bin nun wirklich zu müde zum schreiben
-- so lass es doch bleiben! ;-)

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Abendstimmung

Wie schön, dass wir unseren Balkon haben. So gibt es selbst nach der Fuß-OP ein Draußen, das in meiner Reichweite liegt. Und hinter den großen Bäumen in den Gärten im Innenhof fangen die Äste des einen die Sonne ein, als sie sich von uns und vom Tag verabschiedet.

Die rote Sonne am diesigen Abendhimmel hinter den Ästen eines noch kahlen Baumes, an dem man erste Knospen zu erkennen meint.
Die Weite dahinter wie ein Traum von Freiheit
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Schreiben in bewegten Zeiten

Zum dritten Mal wegen Corana abgesagt wurde die Leipziger Buchmesse, sehr zum Ärger der kleineren Verlage. Doch es gibt ja Online-Ausweichmöglichkeiten. So bin ich dieses Mal trotz OP im virtuellen Leipzig dabei, nämlich im Videokanal der Mörderischen Schwestern. Dort gibt’s ein Gespräch von Klaudia Zotzmann-Koch und mir zum Thema „Schreiben in bewegten Zeiten“:

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RTW und ZNA Nord

Ist es nicht merkwürdig, dass sich hinter schnöden Abürkzungen oft dramatisches verbirgt? Das passt irgendwie zu den ungeahnten Abgründen unserer nächtlichen Wohnung, in der mich der Schaukelstuhl um 3 Uhr k.o. schlug.

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Sofa, die zweite Runde

Zurück von Hallux-OP No. 2 sitze ich auf dem Sofa, wackle mit den Zehen, weil ich es kann und weil es mich irritiert, dass das geht, auch wenn ich außer zahnarztmäßiger Taubheit nichts spüre im linken Fuß, und frage mich will ich wirklich, dass der so schnell wie möglich wieder aufwacht?

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Dazwischen

Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht in diesen bewegten Zeiten. Weiß nicht, wie kann ich damit umgehen, dass Krieg ist in der Ukraine und damit in Europa? Was kann ich tun, wie kann ich weitermachen mit meinem Alltag – aber was bleibt sonst? Viel Sinnvolles, Hilfreiches kann ich als Schriftstellerin kaum beitragen, will mir scheinen. Erst recht nicht, wo ich morgen erneut unters Messer muss und dann wenigstens tage-, wenn nicht wochenlang auf dem Sofa festsitzen werde.

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Musik in stürmischen Zeiten

Während draußen der dritte Sturm in Folge Anlauf nimmt, das Segeln auf Coronawellen immer eigenartiger wird, und die Weltpolitik immer eisigere Drohkulissen auftürmt, hat es mich in den letzten 14 Tagen gleich drei Mal ins Musiktheater verschlagen: An zwei Abenden im Aalto-Theater sah ich gleich vier Opern und dazwischen besuchte ich ein Jazz-Konzert in der Philharmonie.

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Rückblickend betrachtet

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Penny Warners „Körpersprache einer Toten“ auslas. Den Kriminalroman aus dem Jahr 1997 fand eine liebe Freundin in ihrem irischen Haus, und da sie weiß, dass ich es mit Gebärdensprache habe, brachte sie ihn mir von dort im Spätherbst mit, denn Connor Westphal, die Ich-Erzählerin und Heldin, ist gehörlos.

Das Cover der Taschenbuchausgabe von Penny Warners Kriminalroman "Körpersprache einer Toten" auf rotem Grund
Zeitreise ins Kalifornien der späten 1990er
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Ausweichendes

Spaziergang am Mittag durch die Gruga – raus ins Grau, auch, um innerem Zweifelsgrau davonzulaufen. Jedenfalls solange das noch geht mit dem Davonlaufen. 😉

Weißrosa Winterblüten an einem Strauch
Selbst im Wintergrau schön anzusehen – und nie auf der Flucht, schon gar nicht vor sich selbst: Winterblüte in der Gruga.
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