Samstags in Trondheim

Kurz nach dem Frühstück stehen wir an Deck der MS Richard With, die sich dem Trondheimsfjord nähert und dabei Munkholmen passiert. Magnus vom Küstenerlebnisteam erzählt von der wechselvollen Geschichte der kleinen Insel, die einst Hinrichtungsplatz, Kloster, Gefängnis und Festung war und heute ein beliebtes Ausflugsziel für Trondheimer und Touristen darstellt – und die obendrein Victor Hugo zu einer Gefängnisnovelle inspiriert haben soll. Allerdings sei die nie übersetzt worden, dabei wäre es doch toll, wenn man sie auf der MS Richard With lesen und vielleicht auch kaufen könnte, meint er augenzwinkernd.

Die Insel Munkholmen vor Trondheim
Die Insel Munkholmen vor Trondheim
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Die Seereise beginnt

Obwohl Deck vier mit seinen großzügigen Aufenthaltsbereichen und Cafés, der Rezeption, dem kleinen Shop und den Restaurants an ähnliche Örtlichkeiten auf Fähren erinnerte, fühlten sich diese ersten ein, zwei Stunden noch ziemlich seltsam an. Wahrscheinlich, weil unter allem das ungläubige, leicht ein unsichere Staunen beim Gedanken „das ist jetzt also unser Zuhause für den nächsten elf Tage“ lag.

Ein Modell der MS Richard With in einer Vitrine an Bord des gleichnamigen Hutirgrutenschiffs
Die kleine MS Richard With in ihrer Vitrine auf der großen, echten MS Richard With hat etwas von Schiffs-Matrioschka 😉
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Regen in Bergen

Bergen sei die regenreichste Stadt Europas, hatte uns das Reisebüro vorgewarnt, und so blieb die sonnige Ankunft am Abend die trockene Ausnahme unserer beiden Tage dort. Aber wer sich von (vermeintlich) schlechtem Wetter abschrecken lässt, sollte sowieso besser einen Bogen um Norwegen machen. Wir zogen also nach dem Frühstück am nächsten Morgen unsere Regenjacken an, steckten die Regenschirme ein und brachen auf.

Der Blick aus dem Fenster des Restaurants des Clarion Admiral über die Bucht bei Regenwetter …
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Unterwegs mit der Bergenbahn

Die Nacht im Clarion The Hub in Oslo verlief ruhig, nur manchmal drang das geschäftige Treiben von Bussen und Straßenbahnen kurzzeitig zu uns in den achten Stock hinauf. Dass eines der bodentiefen Fenster, die die ‚Wand‘ zur großen Straßenkreuzung unten bildete, nicht ganz geschlossen war, entdeckten wir erst am Morgen.

Die Anzeige des Zuges nach Bergen auf Gleis 3 in Oslo
Die Anzeige wirkt eher unspektakulär ….
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Aufbruch in den Norden

Kofferpacken für den Urlaub finde ich generell etwas kniffelig, so ganz ohne Glaskugel. Das wird kein Stück einfacher, wo es für uns in diesem Sommer raus aus der Hitzewelle in Deutschland ins kühle Norwegen und da dann hinauf bis zum Nordkap gehen sollte. Aber irgendwie habe ich es doch geschafft, die Koffer sind gepackt, ich komme mir viel zu warm eingepackt vor mit leichtem Zwiebellook unter der Lederjacke, aber, was soll’s, das Taxi kommt, also geht es los.

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Sommer im Norden

Es wird Zeit, höchste Zeit: Fast auf den Tag genau vor einem Monat kamen wir von unserer Reise mit der MS Richard With auf der Postschiffroute entlang der Küste Norwegens zurück, und ich habe es noch immer nicht geschafft, über dieses atemberaubende Erlebnis zu schreiben. Und dabei haben wir inzwischen sogar den kalendarischen Herbstanfang hinter uns, in den Läden tauchen längst Adventskalender und Spekulatius auf, es wird also höchste Zeit, sich noch einmal an den Sommer zu erinnern.

Polarmeerküste Norwegens mit dramatischen Wolken
Erhaben, weit und atemberaubend schön: Die Küste Norwegens
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Bewegt: „Der Reisende“

Die Zutaten der Essener Premiere von Ulrich Alexander Bowschwitz‚ „Der Reisende“ in der Fassung von Hakan Savaş Mican am Essener Grillo-Theater sind vom Feinsten: Ein großartiges Ensemble, mitreißende Musik, geradezu hypnotische Videos und ein, nein sogar zwei Textvorlagen, die viel Gedankenfutter bieten. Denn Mican ergänzt Boschwitz‘ Roman mit Auszügen aus seinem eigenen Reisetagebuch, das bei den Vorbereitungen der Inszenierung entstand, sodass deutsche Geschichte aus jüdischer Sicht auf deutsche (und europäische) Gegenwart aus türkischer Sicht trifft.

Das Ensemble der Premiere "Der Reisende" auf der Bühne des Grillo-Theaters: Hauptdarsteller Mathias Znidarec rennt mit Aktenkoffer um die als Band agierenden anderen herum
Stets unterwegs, stets in Bewegung, und doch entkommt er nicht: „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz in der Essener Bühnenfassung von Hakan Savaş Mican (v.l.n.r.: Kai Weiner, Mathias Znidarec, Alexey Ekimov, Lene Dax, Ceren Bozkurt, Philipp Noack). Foto: Birgit Hupfeld
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Hinauf!

Eine Klettertour der besonderen Art genießen Mini-Löwe, Leonidas, Tiger Max und Fritz das Bärchen:

Vier Freunde auf Klettertour im Bett: Vom Basislager in der Kappe erklimmen ein sehr kleiner Löwe, ein Löwe mit Ringelshirt und ein Tiger einen "Kissenberg", auf dessen Gipfel sie ein Panda in Latzhose erwartet

Danke ans liebevolle und kreative Housekeeping 🙂

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Heilung. Ein Roman.

Schon als ich die ZEIT-Kritik von Timon Karl Kaleytas zweitem Roman „Heilung“ las, wusste ich, dass ich mir das Buch wünschen und es am liebsten mit in den Urlaub nehmen würde. Dieser Roman sollte am Stück gelesen werden, dessen war ich mir sicher. Und genauso kam es auch, wobei das Buch selbst am Ende nicht das hielt, was die Lobeshymne in der Presse versprochen hatte.

Die Hardcoverausgabe von Timon Kalr Kaleytas Roman "Heilung"
Ein Roman voll großer, schöner Worte, ganz wie das Heilsversprechen des Resorts, in dem er spielt: „Heilung“ von Timon Karl Kaleyta
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Lederjackenwetter. Gedichte

Lederjackenwetter, das klingt nach Herbst, und das rote, regenbenetzte Ahornblatt auf dunklem Grund, das Frída Ísbergs zweisprachigen Gedichtband in der Ausgabe des Elif Verlags (2021) schmückt, verstärkt diesen Eindruck auch noch. Aber wer davon auf düster-melancholische Naturdichtung schließt, irrt. Das Wetter mag in Island zu jeder Jahreszeit rau sein, Lederjacke trägt das lyrische Ich jedoch, um sich selbst und seine Seele vor Blicken, Zuschreibungen und Verletzungen zu schützen – wie eine zweite Haut eben.

Das schwarze Cover von Frída Ísbergs Gedichtband "Lederjackenwetter" auf einer roten Decke
Bei jedem Wetter gute Lektüre: Frída Ísbergs Gedichtband „Lederjackenwetter“
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