Wer von „Flüchtlingsströmen“, ja von „Heerscharen von Flüchtenden“ spricht, muss sich nicht wundern, wenn ihm die Kunst die Masse der Lebenden Toten oder Monsters of Reality entgegenhält. So geschah’s gestern in der Premiere von Christian Lollickes gleichnamigen Stück in der Essener Casa, dessen Inszenierung die Frage aufwirft, sind’s die Zombies, die den Ekel wecken oder ist man selbst das Ekel?
Kunst und Ekel
Der Tod blüht auf
Zwei Dinge bestimmen für mich einen Theaterabend: das Erleben während der Vorstellung selbst und das, was am nächsten Morgen von all dem geblieben ist. Bei Sophia, der Tod und ich, das gestern in der Inszenierung von Tilmann Gersch im Essener Grillo-Theater uraufgeführt wurde, ist es die Freude, dem Tod (Jens Winterstein) beim Aufblühen zuzuschauen, die im Gedächtnis bleibt.
Zum Tanz bei Proust
Gut, viel Platz zum Tanzen hätte es gestern Abend in der Buchhandlung Proust nicht gegeben. Tatsächlich war gerade so viel Platz, dass alle Anwesenden sitzend dem lauschen konnten, was Heinz Feldmann über seine Arbeit an der Übersetzung von Anthony Powells 12bändiger Romanreihe „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ zu sagen und Schauspieler Gregor Henze daraus vorzulesen hatte. Offenbar interessierte das bei Weitem nicht nur Übersetzerinnen und Schriftstellerinnen wie meine Freundin Gesine und mich. 🙂 Weiterlesen
Blutiger Epos
Chinesische Schachteln, die eine Vorform der russischen Matrioschkas sind, kombiniert mit der Vorstellung eins Labyrinths, sind die erste Assoziation zum bereits 1987 erschienen Roman „Das rote Kornfeld“ von Nobelpreisträger Mo Yan (Pseudonym von Guan Moye, Nobelpreisträger von 2012). Gleich als zweites folgen blutrote Bilder voller starker Emotionen aber eben auch Gewalt und Grausamkeit. Weiterlesen
Wintergrün
Essen ist Grüne Hauptstadt Europas 2017 und am Wochenende gab’s in der Gruga dazu gleich zwei Tage Eröffnungsfeier.
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Verplaudert
Jazz und Swing überwiegend aus den 1920ern und 30ern würden Let’s misbehave!, das Konzert von Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys im Essener Grillo-Theater bestimmen, hieß es. Das lässt an Cole Porter, Irving Berlin, George Gershwin & Co. denken. Die gab es (u.a.) tatsächlich. Allerdings war das beileibe nicht alles, drumherum gab’s jede Menge Showeinlagen und vor allem Anekdoten, Anekdoten, Anekdoten. Weiterlesen
Klangfarben
Könnte man das Wort nicht auch als Hinweis darauf verstehen, dass Musik und Malerei so manches gemein haben, dass man die eine Kunstform mit Begriffen aus der anderen zumindest in Teilen erfassen und beleuchten kann? Am Freitag, beim Besuch von Jacques Offenbachs Les Contes D’Hoffmann im Aalto schillerte und wogte die Musik jedenfalls so, dass ich unweigerlich Bilder von Henri de Toulouse-Lautrec im Kopf hatte. Und ließe sich nicht Sergej Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen mit gewissen Porträts von Otto Dix vergleichen, die unversehens in die abstrakten Welten Joan Mirós geraten sind? Weiterlesen
Verflogen
… ist sie, mal wieder:
die wunderbare Zeit zwischen den Jahren. Weiterlesen
Tiefenentspannt
Jasmin Tabatabei – allein der Name klingt bereits märchenhaft und vielversprechend. Vor allem, wenn es um Musik geht, denn, wie mancher vielleicht schon ahnte, mit dem deutschen Fernsehen habe ich es ja nicht so. Doch ihren gestrigen Auftritt mit dem David Klein Quartett in der Reihe „Jazz in Essen“ im Essener Grillo Theater konnte und wollte ich nicht verpassen. Weiterlesen

