Ende der 1990er, in San Francisco. Das Internet ist noch jung, ohne Modems geht gar nichts und Überwachung ist für die allermeisten Menschen nicht einmal ein Spuk am Horizont. Dass Phillip Finch seinerzeit in Die Silhouette einen Serienmöder in Chatorooms seine Opfer auswählte, um sie anschließend technisch gekonnt auszuspähen und schließlich zu ermorden, war seinerzeit vermutlich etwas ganz und gar Neues. Weiterlesen
Technik, nostalgisch
Körpersprachen: reTURN
Der Anfang liegt, wie so oft im Leben, im Dunkeln: Sieben lange Minuten lauscht man in der Box des Essener Grillo-Theater einer Stimme vom Band (Danko Rabrenovic), die eine Episode aus Sasa Stanisics Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ vorträgt, während zwei Frauen kaum sichtbar auf der Bühne ausharren. Obwohl – ist das wirklich der Anfang von reTURN, Jelena Ivanovics Tanztheaterproduktion? War das nicht eher der Brief, den man als Zuschauer bekam? Oder gar Titos Tod am 4.5.1980?
Gefangen
von Wendy Stern
GEFANGEN
Heute kam Leben zu mir
durchs Fenster herein
war ganz Federn und Leidenschaft,
so voller Farbe, Intensität, Schnelligkeit und Entschlossenheit
wie ich es zuvor wohl nie gekannt. Weiterlesen
Tue Gutes …
… und lass andere darüber schreiben: Am Donnerstag, den 8.12.16 war mal wieder Krimitag mit Lesungen und Buchverkauf für den guten Zweck – diesmal zugunsten des Vereins zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur – und in der WAZ gibt’s einen schönen Bericht von Petra Treiber mit Fotos von Socrates Tassos 🙂 Weiterlesen
Wagner, kurzweilig
Sechs Tage ist es her, seit ich im Essener Aaltotheater die Premiere von Wagners Lohengrin erleben durfte – und vor allem erstaunt war, was für ein kurzweiliges und auch schönes Musikerlebnis das war. Nach der gähnenden Langeweile bei Hilstorfs Inszenierung der Walküre war das wahrlich nichts, mit dem ich gerechnet hätte …
Jenseits der Worte
… das gehört zu den Aspekten, die ich am Tanz schätze: dass es eine Kunst jenseits unserer Alltagssprachen ist, und doch zugleich so tief verbunden mit unserem Innenleben, unseren Seelen, Herzen ist. Abstraktion und Poesie, diese beiden Seiten kommen auch und gerade in Jirí Kyliáns vierteiligem Tanzabend Archipel, der zu Monatsbeginn im Aalto wiederaufgenommen wurde, zusammen zum Tragen.
Meisterwerk?
Eine ganz eigene Stimme, dazu eine Erzählweise, die so schnoddrig wie präzise ist, das sind zwei Aspekte, die Nell Zinks The Wallcreeper zu etwas Besonderem machen. Ob es deshalb sogleich ein Meisterwerk ist, wie es etwa in der Sunday Times zu dem Buch zu lesen war, ist für mich eine offene Frage. Weiterlesen
Kunterbunt
Es glitzert und glänzt, es blitzt und blinkt, Farben verwirbeln, verwabern, und zwischendrin fällt auch noch Schnee: Kunterbunt und mit vielen witzigen Details kommt Anne Spaeters Inzenierung von Michael Endes Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch daher, das gestern im Essener Grillotheater Premiere feierte.
Leichte Kost
Ein Gourmet und Weinkenner, der das Fliegenfischen erlernt, perfekt alte Sprachen enträtselt und überdies natürlich auch die seltsamsten Todesfälle selbst in Norwegens entlegenen Bergwelten zu lösen weiß – mit diesen Zutaten richtete Gert Nygardshaug 1987 seinen Kriminalroman Der Fliegenfischer an. 2008 erschien die deutsche Übersetzung, die ich Anfang der Woche mit ins Wartezimmer meines Arztes nahm … Weiterlesen
Ganz schön krank
Letzte Woche hatte ich zu viel zu tun, um hier zu schreiben. Diese Woche war ich dagegen krank und deshalb bislang nicht wirklich in der Lage zu bloggen. Aber Kranksein und seine Zeit zwischen Wartezimmer und Sofa aufzuteilen, hat wenigstens einen Vorteil: jede Menge Zeit zum Lesen. Gestern und heute war es Chris Cleaves Lieber Osama. Weiterlesen



