Wie wäre ich Kazuo Ishiguros Roman „The Buried Giant“ begegnet, wenn ich nicht gewusst hätte, wer ihn geschrieben hat? Hätte ich es als Fantasy mit Un/Tiefen gelesen? Als Kreuzung aus einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und einer Art Heldenreise, bloß ohne Helden bzw. nicht aus Sicht gesehen? Was hätte ich aus dem offenen Ende gemacht – erst recht, wenn ich das Buch in einem Zug gelesen hätte und nicht in vielen kleinen Etappen über Wochen hinweg? 
The Buried Giant
Schokolade für den Staatsanwalt
Wenn es etwas gibt, was immer geht, dann wohl Schokolade. Für mich am liebsten so dunkel wie möglich, gern auch mal mit herzhafteren „Einlagen“ wie Salzmandeln, während andere lieber in Vollmilch oder Marzipan schwelgen mögen. Was aber, wenn der Staatsanwalt dieses „schwarze Gold“ immer wieder auf dem Dienstschreibtisch vorfindet, anonym eingesandt? Weiterlesen
Die Hauptstadt
Schwer zu sagen, was ich davon halte. Es war weitgehend unterhaltsam zu lesen, und wo es geschwätzig wurde (was bei den meisten Romanen in der Klasse über 400 Seiten leicht der Fall ist), konnte ich mir querlesend behelfen. Vieles ist pointiert formuliert, gekonnt changierend zwischen Ironie und Melancholie, wie es eines österreichischen Schriftstellers würdig ist. Vermutlich ist es hervorragend recherchiert. Aber ist es deshalb ein gutes Buch, ja ein herausragendes, das zu Recht den Deutschen Buchpreis bekam?
Zeitkapsel
Ich weiß nicht mehr genau, welcher Theoretiker des 20. Jahrhunderts sagte, dass Kriminalliteratur Zeitkapseln erschafft. Aber jedes Mal, wenn ich einen klassischen Kriminalroman lese, finde ich die These bestätigt. Das gilt aufs Schönste auch für Ngaio Marshs „Opening Night“, dessen Originalausgabe 1951 erschien. Weiterlesen
Duisburger Stille
Mehr Gebärdensprache und mehr realitätsnahe Verbrechen aus dem Revier gewürzt mit schräg-schwarzem Humor gibt’s in der folgenden Leseprobe eines schon etwas älteren Kurzkrimis aus meiner Feder:
Asphaltgeflüster
Ich war mir so sicher, ich hätte von allen Geschichten, alt wie neu, wenigstensn eine Leseprobe hier im Blog. Um so erstaunter war ich, als mir kürzlich auffiel, das stimmt gar nicht. Aber dieser Mangel lässt sich leicht beheben, weshalb es nun in loser Folge nachgeholte Leseproben hier im Blog gibt. Und ich beginne alphabetisch, könnte man meinen, wenn man den Titel in Betracht sieht, denn den Anfang macht mein Essen Kurz-Krimi mit Gebärdensprache: Weiterlesen
Wir und die
Ist es nicht seltsam, dass „wir“ gewinnen, aber „die“ verlieren? Sollte das Mitfiebern mit einer Mannschaft, ob bei der WM oder in irgendeiner Liga, nicht über das billige Abgreifen von Triumphgefühlen und Trefferendorphinen beim Rudelgucken hinausgehen? Überhaupt: Weiterlesen
Unna am Abend
Ein langer Tag geht ganz gemütlich zuende – ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt still vergnügt stundenlang im Pyama lesend allein im Hotelzimmer saß. Womöglich ist das sogar eine Premiere. Weiterlesen
Ziemlich beste Krimis
Polizistenmord und organisierter Kindesmissbrauch, Online-Hype und Fenstersturz, sowie ein Rabbi, der in Zürich in eine Mordermittlung und dabei auch zwischen die Fronten der drei Buchreligionen gerät – mit diesen Themen beschäftigen sich die Kriminalromane von Monika Geier (Alles so hell da vorn), Ellen Dunne (Harte Landung) und Alfred Bodenheimer (Ihr sollt den Fremden lieben), die eines gemeinsam haben: sie alle waren dieses Jahr für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Roman nominiert. Weiterlesen