Wir und die

Ist es nicht seltsam, dass „wir“ gewinnen, aber „die“ verlieren? Sollte das Mitfiebern mit einer Mannschaft, ob bei der WM oder in irgendeiner Liga, nicht über das billige Abgreifen von Triumphgefühlen und Trefferendorphinen beim Rudelgucken hinausgehen? Überhaupt: Weiterlesen

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Unna am Abend

Ein langer Tag geht ganz gemütlich zuende – ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt still vergnügt stundenlang im Pyama lesend allein im Hotelzimmer saß. Womöglich ist das sogar eine Premiere. Weiterlesen

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Ziemlich beste Krimis

Polizistenmord und organisierter Kindesmissbrauch, Online-Hype und Fenstersturz, sowie ein Rabbi, der in Zürich in eine Mordermittlung und dabei auch zwischen die Fronten der drei Buchreligionen gerät – mit diesen Themen beschäftigen sich die Kriminalromane von Monika Geier (Alles so hell da vorn), Ellen Dunne (Harte Landung) und Alfred Bodenheimer (Ihr sollt den Fremden lieben), die eines gemeinsam haben: sie alle waren dieses Jahr für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Roman nominiert. Weiterlesen

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Randnotiz aus der Lichtburg

Gestern in der Lichtburg bei Kris Kirstofferson: das Publikum ist überwiegend ähnlich weißhaarig wie der Mann mit der Gitarre und der charakteristisch tiefen Stimme auf der Bühne. Man versinkt tief in roten Plüschsesseln und teils jahrzehntealten Erinnerungen (der Mann auf der Bühne ist immerhin bald 82!) und ist doch ganz im Augenblick. 

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Preisgekrönt: Totengräberspätzle

Das erste Mal ist immer was ganz besonderes. Und für den ersten Kriminalroman nicht nur einen Verlag zu finden, sondern hinterher mit einer Nominierung zum Friedrich-Glauser-Preis bestätigt zu bekommen, dass man es „richtig“ gemacht hat, ist überwältigend. Aber zu steigern, indem man wie Harald J. Marburger mit dem Glauser-Preis fürs beste Debüt nach Hause geht. Herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung, die „Totengräberspätzle“ mit seiner Sprachspiellust und seinem geradezu erzählwütigen, auktorialen Erzähler absolut verdient hat! 🙂  Und weil ich ja viel erzählen kann über den Roman, in dem Schwäbisch geschwätzt und Englisch, Italienisch und Russisch gesprochen wird, gibt’s zum Beweis die kurze Szene, die auch bei der  Preisverleihung in Halle zu hören war und dann noch ein paar Worte vom Preisträger selbst:

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Fremd und doch ganz nah

So verhält es sich für mich mit Madiha, der Hauptfigur und Ich-Erzählerin aus Jutta Profijts „Unter Fremden“, der soeben als bester Kriminalroman mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2018 ausgezeichnet wurde: zunächst ist sie eine Fremde, die aus einer fremden Welt geflohen ist. Zugleich wird durch ihre Augen betrachtet das vertraute, gewohnte, dadurch vielleicht auch ein bisschen langweilige Deutschland plötzlich fremd – und Madiha kommt dem Leser immer näher.   Das liegt für mich vor allem an der besonderen Sprache, die ihre Autorin für sie geschaffen hat: Weiterlesen

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Preisgekrönt: Unter Fremden

Über Jutta Profijts „Unter Fremden“ schrieb ich bereits im November hier im Blog, wo wäre meine Begeisterung über diesen konsequent gedachten, hervorragend erzählten und vor allem so wunderbar geschriebenen Roman auch besser aufgehoben? Nun, ganz einfach: Auf dem Podium bzw. der Gala-Bühne bei der diesjährigen Criminale in Halle, wo es dafür den Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman 2018 gab. Herzlichen Glückwunsch, liebe Jutta! 🙂 Und vielen Dank, dass Du mir für mein Blog verraten hast, wie es zu dem Buch kam – und wie es sich anfühlt, dafür den Glauser zu kriegen, Weiterlesen

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So viel Herzblut

„So viel Herzblut“, dachte ich gestern nach gut zwei Stunden  Premierenvorstellung „Proletenpassion“ im Grillo-Theater, und  meinte damit nur bedingt all das Blut, das in dieser Geschichtsrevue der linken Art von den Bauernkriegen bis ins 20. Jahrhundert fließt. Sondern vor allem die Leidenschaft, die aus fünf Theaterprofis und rund 20 Laiendarstellern ein ganz besonderes Ensemble macht.

Begeistert aus dem Dunkel ins Licht: der Chor (Foto: Martin Kaufhold)
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Preisgekrönt: Der King und die Knappschaftskapelle Tremonia

Dass auch Kurzkrimis ganz großes Kino sein können, ist das eine. Dass sie in bester Slam-Manier die Musik der Sprache nutzen, um im Rhythmus des Kings das ‚Ghetto‘ aka die Bergbausiedlung Tremonia vor fiesen Immobilienspekulanten zu retten, ist was ganz Besonderes. Und so freu ich mich wie eine Schneekönigin, an dieser Stelle den Kollegen Karr & Wehner von ganzem Herzen zum Friedrich-Glauser-Preis für „Hier in Tremonia“ gratulieren zu können! :-))

Und weil es eine wunderbare & ehrenvolle Aufgabe war, für die Preisverleihung auf der Gala in Halle (Saale) dafür einen passenden Textauszug zu finden, gibt’s diese Strophe(n) dann gleich hier zur Einstimmung:

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Des Schicksals Würgegriff?

Ich habe es ja versprochen, also los geht’s: Wie war nun meine Begegnung mit „Hamlet, Prinz von Dänemark“ in der Inszenierung von Christoph Werner, die ich letzten Donnerstag am wunderbaren Puppentheater in Halle sah? Unglaublich konsequent geht die Regie an Shakespeares ‚Zauderer‘ heran, mit einer Klarheit gedacht, beherzt gekürzt und alles in allem geradezu ergreifend, berührend – so habe ich weder den Hamlet noch Puppentheater generell je zuvor gesehen.

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