Gestern in der Lichtburg bei Kris Kirstofferson: das Publikum ist überwiegend ähnlich weißhaarig wie der Mann mit der Gitarre und der charakteristisch tiefen Stimme auf der Bühne. Man versinkt tief in roten Plüschsesseln und teils jahrzehntealten Erinnerungen (der Mann auf der Bühne ist immerhin bald 82!) und ist doch ganz im Augenblick.
WeiterlesenRandnotiz aus der Lichtburg
Preisgekrönt: Totengräberspätzle
Das erste Mal ist immer was ganz besonderes. Und für den ersten Kriminalroman nicht nur einen Verlag zu finden, sondern hinterher mit einer Nominierung zum Friedrich-Glauser-Preis bestätigt zu bekommen, dass man es „richtig“ gemacht hat, ist überwältigend. Aber zu steigern, indem man wie Harald J. Marburger mit dem Glauser-Preis fürs beste Debüt nach Hause geht. Herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung, die „Totengräberspätzle“ mit seiner Sprachspiellust und seinem geradezu erzählwütigen, auktorialen Erzähler absolut verdient hat! 🙂 Und weil ich ja viel erzählen kann über den Roman, in dem Schwäbisch geschwätzt und Englisch, Italienisch und Russisch gesprochen wird, gibt’s zum Beweis die kurze Szene, die auch bei der Preisverleihung in Halle zu hören war und dann noch ein paar Worte vom Preisträger selbst:
Fremd und doch ganz nah
So verhält es sich für mich mit Madiha, der Hauptfigur und Ich-Erzählerin aus Jutta Profijts „Unter Fremden“, der soeben als bester Kriminalroman mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2018 ausgezeichnet wurde: zunächst ist sie eine Fremde, die aus einer fremden Welt geflohen ist. Zugleich wird durch ihre Augen betrachtet das vertraute, gewohnte, dadurch vielleicht auch ein bisschen langweilige Deutschland plötzlich fremd – und Madiha kommt dem Leser immer näher. Das liegt für mich vor allem an der besonderen Sprache, die ihre Autorin für sie geschaffen hat: Weiterlesen
Preisgekrönt: Unter Fremden
Über Jutta Profijts „Unter Fremden“ schrieb ich bereits im November hier im Blog, wo wäre meine Begeisterung über diesen konsequent gedachten, hervorragend erzählten und vor allem so wunderbar geschriebenen Roman auch besser aufgehoben? Nun, ganz einfach: Auf dem Podium bzw. der Gala-Bühne bei der diesjährigen Criminale in Halle, wo es dafür den Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman 2018 gab. Herzlichen Glückwunsch, liebe Jutta! 🙂 Und vielen Dank, dass Du mir für mein Blog verraten hast, wie es zu dem Buch kam – und wie es sich anfühlt, dafür den Glauser zu kriegen, Weiterlesen
Preisgekrönt: Der King und die Knappschaftskapelle Tremonia
Dass auch Kurzkrimis ganz großes Kino sein können, ist das eine. Dass sie in bester Slam-Manier die Musik der Sprache nutzen, um im Rhythmus des Kings das ‚Ghetto‘ aka die Bergbausiedlung Tremonia vor fiesen Immobilienspekulanten zu retten, ist was ganz Besonderes. Und so freu ich mich wie eine Schneekönigin, an dieser Stelle den Kollegen Karr & Wehner von ganzem Herzen zum Friedrich-Glauser-Preis für „Hier in Tremonia“ gratulieren zu können! :-))
Und weil es eine wunderbare & ehrenvolle Aufgabe war, für die Preisverleihung auf der Gala in Halle (Saale) dafür einen passenden Textauszug zu finden, gibt’s diese Strophe(n) dann gleich hier zur Einstimmung:
Des Schicksals Würgegriff?
Ich habe es ja versprochen, also los geht’s: Wie war nun meine Begegnung mit „Hamlet, Prinz von Dänemark“ in der Inszenierung von Christoph Werner, die ich letzten Donnerstag am wunderbaren Puppentheater in Halle sah? Unglaublich konsequent geht die Regie an Shakespeares ‚Zauderer‘ heran, mit einer Klarheit gedacht, beherzt gekürzt und alles in allem geradezu ergreifend, berührend – so habe ich weder den Hamlet noch Puppentheater generell je zuvor gesehen.
WeiterlesenRandnotiz aus Halle
Halle. Händelstadt. Criminaleaustragungsort 2018 – wunderschön trotz Baustellen allüberall. Natürlich viel zu wenig Zeit, wie immer, wenn Criminale ist. Weiterlesen
Sprachzeichen
Raoul Biltgen ist Schauspieler, Theatermacher, Psychotherapeut, freier Schriftsteller und obendrein Luxemburger, der in Wien lebt. Letzteres gilt auch für seinen Schmidt René, der Maler war und Scherzbold, nun jedoch nicht mehr. Denn: Schmidt ist tot heißt der 2017 bei Wortreich erschienene Roman, in dem der kleine Bruder Schmidt Patrick sich auf Spurensuche begibt. Weiterlesen

