Kein Ganzes

Die Girls & Boys vom Kit Kat Club sind große Klasse, ebenso die Band. Die Bühne gibt sich aufwändig als Kreuzung aus einem hochfahrbaren Zylinder, einer kreisrunden Stripbühne und einer minimalistischen Showtreppe, was gut zum erotisch-offenherzigen Flair Berlins in den Endzwanzigern des vorigen Jahrhunderts passt. Sally Bowles (Janina Sachau) hat eine gute Stimme, gewiss, und der Conferencier (Jan Pröhl) spielt und singt sich die Seele aus dem Leib. Allein … ein Ganzes aus all den Zutaten zu machen, das ist Regisseur Reinhardt Friese mit seiner Cabaret-Inszenierung in meinen Augen nicht gelungen. SCHAUSPIEL ESSEN: "Cabaret" Jan Pröhl und die Girls & Boys vom Kit Kat Club (Foto: Birgit Hupfeld)

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Vergänglichkeit

Varieté ist keine Kunst für die Ewigkeit – ein schöner Abend, geteilt mit anderen, mit Blick auf eine Bühne, auf der im Idealfall eine staunenswerte Nummer die andere ablöst. Das ist wunderbar und zugleich ein Sinnbild für Vergänglichkeit: eben applaudierten alle der Jonglage, gerade noch lachte das Publikum über den Clown, hingen  alle Blicke an der Artistin hoch oben am Seil, eins folgt aufs andere und dann Weiterlesen

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Ein Appell

Mein Dank an Sherry für ihren Appell, so lesens- wie bedenkens- und verbreitenswert, dem ich mich gerne anschließe und der es mir ermöglicht, nicht zu schweigen bzw. vor fassungsloser Wut (über PEGIDA & Co.) wortlos zu platzen.

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Das dunkle Herz Absurdistans

Manchen Geschichten kann man kaum ausweichen – wie Joseph Conrads Heart of Darkness, in der die Reise in die afrikanische Wildnis zum Spiegel des Kolonialismus mit seiner wahnhaften Ideen von ‚weißer Zivilisation‘ und ’schwarzer Barbarei, von Heldentum und Pflichterfüllung wird. Manche Bilder prägen, selbst wenn der dazugehörige Kontext längst verblasst ist – wie etwa der Augenblick in Francis Ford Coppolas Apocalypse Now!, in dem die Hubschrauber zu Wagners Ritt der Walküre aus der Sonne kommend angreifen. Was liegt also näher, als aus diesen Versatzstücken erst einen Remix – wie Wolfram Lotz‘ Hörspiel Die lächerliche Finsternis – und dann daraus ein Stück zu machen? Letzteres erlebte gestern seine sehenswerte Premiere in der Essener Casa. DielcherlicheFinsternis_Kaufhold_Martin_0255 (Heldentum als absurde Pose und Pflichterfüllung, gekonnt verkörpert von Jörg Malchow (links) und Johann David Talinski. Foto: Martin Kaufhold) Weiterlesen

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Geld her oder Krimi!

So gut sieht es aus, wenn Horst Eckert aus seinem aktuellen Roman Schwarzlicht vorträgt.

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Paradox

Gestern war nicht nur Nikolaus, ich hatte auch zum vierten Mal das Vergnügen, ein Autorentutorium zu leiten. Nach all den Vorbereitungen ist es jedes Mal spannend mitzuerleben, wie anders sich die Leseproben und Romankonzepte, die Plots und Stories, all die Ideen und Erzählstimmen anfühlen und entwickeln, wenn sie plötzlich live vorgestellt werden und nicht mehr ’nur‘ Text sind. Plötzlich beginnen die Ideen zu leben und ihrerseits für höchst lebendige Diskussionen zu sorgen. Und manchmal, insgeheim, für paradoxe Gedanken … Weiterlesen

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Der Geiz im Land der Dichter …

Auf den ersten Blick sah die Mail ganz normal aus, die ich gestern zwischen anderen vorfand:

Liebe Beteiligte und Beiträger,

im Anhang finden Sie die Fahne der Anthologie XXX (Hrsg. YYY).
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir möglichst schnell Ihre Korrekturvorschläge senden könnten!

Als Anmerkung: Es gibt im Inhaltsverzeichnis noch keine Seitenzahlen, da sich diese bis zum Schluss noch verschieben können – daher hoffe ich, dass Sie alle Ihre Texte trotzdem gut finden können.

Beste Grüße,
Frau ….

Druckfahnen werden heutzutage kaum noch per Post und auf Papier verschickt. Man muss ja auch an den Wald denken und die Postboten und am Rechner lassen sich nötige Korrekturen viel leichter machen. Allein – Seitenzahlen hin, prominente Mitautoren her – von mir war nichts, aber auch rein gar nichts in den angehängten Druckfahnen zu finden. Also antwortete ich Frau … umgehend:

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Depression als Abenteuer

Die ganze Bandbreite menschlichen Erlebens, von tiefster Verzweiflung bis zum zarten Glück der ersten Liebe und das auch noch sehr viel weniger kitschig, als es gerade bei mir anklingt – all das und noch viel mehr fand ich in All the Earth, Thrown to the Sky von Joe R. Lansdale. Und dann sagen manche Menschen, Jugendbücher sei runtergerechnete Erwachsenenliteratur … Weiterlesen

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Handfeste Poesie

Dass in einer Lok mehr steckt als nur Antriebskraft und ein Lokführer sehr viel mehr kann, als wahlweise Überstunden schieben oder streiken, weiß dank Michael Ende (fast) jedes Kind: Jim Knopf und der Lokomotivführer  findet seit Jahrezehnten Wege in Kinderzimmer und -herzen. Regisseurin Anne Spaeter hat die Geschichte von Freundschaft und Abenteuer als phantasievolle Heldenreise auf die Bühne des Essener Grillo-Theaters gebracht und mit dem Ensemble das Publikum verzaubert.  JimKnopf_SchauspielEssen_FotoDianaKuester_6 Freundschaft mit vier Beinen und sechs Rädern: Sven Seeburg, Michael Del Coco mit der dicken Emma (Foto: Diana Küster) Weiterlesen

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Bald ist wieder Krimitag!

FLYERALARM … und bevor mir das in meinem üblichen kreativen und sonstigen Chaos untergeht, kündige ich die Krimitagslesung „Mords.Metropole.Ruhr“, bei der in diesem Jahr Spenden zugunsten des Fördervereins der Helen-Keller-Schule gesammelt werden, einfach gleich jetzt an. Dann haben Sie auch keine Ausrede mehr, nicht am 8.12.14 ins Kunsthaus in der Essener Rübezahlstraße zu kommen. Oder wollen Sie etwa die Lesungen von Ursula Sternberg, Horst Eckert und Ilka Stitz sowie die Welturaufführung meines kriminellen Dramoletts Bioboooomm!!!, bei der mich meine beiden Mitmoderatoren HP Karr und Arnd Federspiel stimmgewaltig unterstützen, verpassen? Weiterlesen

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