Aus voller Kehle

Nein, keine Angst, ich singe nicht einfach los und stelle das dann hier ins Blogg. So fies bin ich doch wahrlich nicht. Bloß leider gerade sehr beschäftigt, denn nachdem ich gerade zehn wunderbare Wochen lang jeden Dienstag in der Tagesklinik der Naturheilkunde der Kliniken Essen-Mitte sein und viel über mich, körperlichen Stress und einen besseren Umgang damit lernen durfte, ist jetzt NaNoWriMo.

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Der Stein

Eine Mauer, gewaltig, groß, düster, aber bekletter- und bespielbar, dazu ein Kaffeetisch, eine Leiter und ein Klavier, mehr braucht es nicht, um das Haus, um das sich alles in  Marius von Mayenburgs „Der Stein“ dreht, auf die Bühne des Essener Grillo-Theaters zu bringen. Am Wochenende hatte die Inszenierung von Elina Finkel dort Premiere – und sie hallt noch immer in mir wider.

Kaffee und Kuchen mit drei Frauengenerationen: Großmutter Witha (Ines Krug), Mutter Heidrun (Janina Sachau) und Enkelin Hannah (Josephine Raschke) , Und während oben die Störerin Stefanie (Silvia Weiskopf) auf ihren Moment wartet, sitzt unten Jüdin Mieze wie ein Geist der Vergangenheit mit am Tisch … (Foto: Matthias Jung).
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Ohrenbetörend

Samstag sah ich die Premiere von Pjotr I. TschaikowskyPique Dame“ im Aalto-Theater, und wieder einmal fehlen mir die Worte: nennt man so ein Werk eine Handlungsoper? Hier werden nicht nacheinander Arien gesungen, nein, alle Sprache ist Musik und die Musik Sprache. Die Handlung zwischen Liebeswahn und Spielleidenschaft verwebt Märchenhaftes mit Surrealem, und am Ende schließt sich geradezu zwangsläufig der Kreis. Sprich: ein ohrenbetörendes Erlebnis, das selbst Menschen mit Sinn für Plot und Sprache auf allen Ebenen anspricht, was will man mehr?

Ein Moment des Glücks unter Frauen, bevor Liebe und Leidenschaft die Idylle zerstören: Liliana de Sousa (Polina), Gabrielle Mouhlen (Lisa), Opernchor
Foto: Forster
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Termine für die Ohren

Okay, das stimmt nicht ganz, denn bei den kommenden drei Lesungen hier in Essen gibt’s auch einiges zu sehen: Am 24.10.19 etwa die rote Krimicouch, auf der ich „Zahltag“ und die Idee hinter Woobooks vorstellen werde. Am 8.12.19 sind all die vielen Kollegen, die beim diesjährigen Krimitag zugunsten der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder lesen werden, bestimmt auch sehenswert. Viel Weihnachtliches wird dagegen wohl bei der Krimi-Matinee „AdventsLauschen“ am 15.12.19 zu sehen sein …

Kriminell gute Weihnachtstipps präsentieren Gesine Schulz, Mischa Bach und Ursula Sternberg am 15.12.19 bei der Krimi-Matinee im Bürgertreff Ruhr.

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Erinnerungsschnipsel III: The Tenancy

Wer noch recht jung ist, mag glauben, die Probleme mit den hohen Mieten, die das Leben in den Innenstädten vielerorts für viele unbezahlbar machen, sei ein neues. Wer alt genug ist, sich an die 70er und 80er samt Hausbesetzern zu erinnern, weiß, dem ist so nicht. Das Phänomen geldgieriger Vermieter samt allerlei subtilen und weniger subtilen Methoden, lästige Mieter loszuwerden, zeigt Eva Figes in ihrem 1993 erschienen Roman „The Tenancy“, der auf verschiedene Weise das Existenzielle des Themas verdeutlicht.

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Kurzkritik: Der Reichsbürger

Ein Gesamtkunstwerk, in sich geschlossen wie manch Weltbild, dabei jedoch ungemein anregendes Hirnfutter, virtuos gespielt von Stefan Diekmann – so lautet meine Kürzestkritik zu Thomas Krupas Inszenierung „Der Reichsbürger“ von Annalena und Konstantin Küspert, das gestern in der Box, auf der kleinsten Bühne des Essener Schauspielhauses, Premiere hatte.

Ganz nah ran ans Phänomen Reichsbürger, das den meisten Menschen sonst eher fremd sein dürfte, kommt man mit Stefan Diekmann in Thomas Krupas Inszenierung des Stückes von Annalena und Konstantin Küspert. (Foto: Martin Kaufhold)
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Kurzkritik „Biedermann und die Brandstifter“

Biedermann und die Brandstifter„, das Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch ist heute, wo rechtes Gedankengut samt Reden und Handeln immer ’normaler‘ zu werden scheint, aktueller und vielleicht auch nötiger denn je. Das scheint man am Essener Grillo-Theater genauso zu sehen und eröffnete die neue Spielzeit mit einer Inszenierung des Stückes von Moritz Peters, die gestern Premiere feierte.

Bürgerlich und brandgefährlich: Biedermann (Stefan Migge, mitte) mit Brandstiftern (Philipp Noack, rechts & Jan Pröhl) auf Haustreppe vor schwarzen Säcken, die hier die Benzinfässer ersetzen. (Foto: Martin Kaufhold)
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Erinnerungsschnipsel II

Nicht schreiben zu können, wie ich will, nervt – aber mir scheint, mein Tennisarm sitzt da eindeutig am längeren Hebel. In „Qualityland“ dürfte der mit dem längeren Hebel der Algorithmus des fiktionalen Gegenstücks von Amazon & Google sein. Was mir diverse Wochen nach dem Lesen sonst noch von Marc-Uwe Klings komischböser Zukunftssatire im Kopf geblieben ist, gibt’s im Folgenden:

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Erinnerungsschnipsel I

Längst sind wir aus dem Urlaub zurück und auch die Theaterferien sind Geschichte. Was aber ist mit den Geschichten, den Büchern, die ich im Sommer las, und über die ich wegen des anhaltenden Tennisarms noch nicht schreiben konnte? Was ist mir nach mehreren Wochen etwa noch von diesem Buch in Erinnerung:

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Noch’n Akrostichon

Morgenlicht kitzelt mich hinter den Lidern
Ist es schon Zeit, den Tag zu begrüßen?
Liebevoll summst du in unsrer Küche,
Cherubimgleich den Trank zu bereiten.
Helles fließt in Dunkles, der Tag kann beginnen! Weiterlesen

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