Nach dem Frühstück im Hotel umsorgt von so fleißigen wie freundlichen Kellnerinnen und Kellnern, ging es erst mit der Tram und dann zu Fuß die alten Treppen hinauf zur Prager Burg. Wir waren relativ früh dran (kurz nach zehn), und doch kamen uns bereits Besuchergruppen entgegen und erwarteten uns noch mehr davon oben in der Burg selbst: Menschen aus aller Herren Länder,
Zwei Reisetage per Bahn, drei Tage vor Ort, um hinterher mit unzähligen neuen Eindrücken nach Hause zu kommen, das wäre die kürzeste Beschreibung unserer Pragreise. Doch das sagt so gar nichts über den Zauber der Stadt und ihrer Menschen und erst recht nichts über das Gefühl, dort zu sein.
Das Nationaltheater am Ufer der Moldau im Abendlicht – vielleicht kein Sommernachts-, aber sicher ein Maiabendtraum.Weiterlesen →
Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch in die Hand nahm, abwägend, ob ich es oder ein anderes mit auf eine Reise nehmen sollte, bevor ich es doch wieder zurücklegte zu den anderen noch ungelesenen Welten neben meinem Bett. Diesmal habe ich es tatsächlich eingepackt und inzwischen auch ausgelesen: Neil Gaimans „The Ocean at the End of the Lane„.
Jedes Buch ist eine Reise in fremde Welten – und in manchen kann ein Teich tatsächlich Ozean sein.Weiterlesen →
Es gibt Stücke, da hätte ich gerne die Fähigkeit, sie auch durch die Augen anderer Menschen zu sehen. „Sakrileg„, das gestern Abend im Essener Grillo-Theater Premiere hatte, ist so eines und das gleich aus mehreren Gründen. Denn das Stück, dass Regisseurin Saar Magal zusammen mit dem Ensemble entwickelt hat, beschäftigt sich mit der Genesis, die den drei abrahamitischen Religionen zugrundeliegt, was schon mal drei bzw. vier Blickwinkel je nach kultureller bzw. religiöser Herkunft nahelegt, und es tut dies auf eine sehr spezielle Weise, indem es als Physical Theatre Elemente von Sprech- und Tanztheater, Musik und Videokunst und sicher noch anderes mehr zusammenbringt.
Aus dem Dunkel? Mathias Znidarec, Silvia Weiskopf, Johannes Walter in „Sakrileg“von Saar Magal Foto: Nils HeckWeiterlesen →
Was für ein Titel „Our Strangers“ – unsere Fremden, als sollten diese im selben Moment umarmt und vereinnahmt wie abgewehrt, zumindest als fremd auf Abstand gehalten werden. Darauf muss man erstmal kommen. Lydia Davis tat’s und schrieb nicht nur rund 340 Seiten Erzählungen (kürzeste, kurze bis längere), sie beschloss noch dazu, dieses Buch solle man nur im stationären Buchhandel erwerben können. Womit wir gleich beim Eigensinn wären, der die Autorin wie auch ihre Arbeit(en) im besten Sinne auszeichnet.
Ein dickes Buch mit vielen (sehr) kurzen und manchen längeren Stories voller Überraschungen: Lydia Davis „Our Strangers“Weiterlesen →
„Frau in blau“ heißt die aktuelle Ausstellung im Folkwang Museum, die in einem eigens abgetrennten Bereich der Sammlung eindrücklich die sehr spezielle Liebesbeziehung von Oskar Kokoschka und Alma Mahler beleuchtet. Oder vielmehr: Seine Sicht der Dinge zeigt, denn nicht erst die Sache mit der „Alma-Puppe“ enthüllt seine Obsession und wirft um so mehr die Frage auf, wie sah Alma das eigentlich. Während es mehr von ihr und über sie in der Reihe „Doppelbildnisse – Alma Werfel-Mahler im Spiegel der Wiedern Moderne“ zu erkunden gibt, spazierten wir gestern weiter durchs Folkwang und blieben länger bei diesen beiden hängen:
Streng, zumindest zurückhaltend, blickt Ida Gerhardis „Geigerin“ in die Welt – und doch trau ich ihr zu, dass sie im nächsten Moment laut loslacht.Sieht er nicht aus, als könne er ein Großvater von Tim Curry sein?Weiterlesen →
Sprache(n), Musik und Süßigkeiten, so könnte man vielleicht die zweite Runde beim Spoken Word am Wasserturm zusammenfassen. Diesmal mit dabei waren Vortragende aus dem Sprachcafé, das ebenfalls im Stadtteilladen im Südostviertel stattfindet, Michael Niemann, Florian Eichhorn, Sebastian Foik, das Krimi-Überfallkommando und Sebastian Kießler sowie Christina Czeschik alias Jo Koren und meine Wenigkeit als Moderatorinnen.
Fast alle, die beim zweiten Spoken Word am Wasserturm vortrugen und/oder moderierten: Michael, Flo, Sebastian K., Sebastian V. (vorn), Christina, Mischa, Reinhard, Arnd und Ramin mit Setar.Weiterlesen →
Ob die Zeitspanne der Lebenszeiten der Komponistinnen, die von Hildegard von Bingen (1089-1179) bis zur 1962 geborenen Konstantia Gourzi reichten, ein Maß der Flügelspanne der besungenen Engel darstellt, weiß ich nicht. Sicher aber ist, dass ich das Konzert des B’Rock Orchestra & Vocal Consort am letzten Sonntag äußerst beschwingt und geradezu beseelt verließ. Und das, obwohl es eine Matinée war, ich also früh aufgestanden war und ohne Morgenschreibstunde losgemusst hatte!
Ein Konzert nicht nur für Engel und Liebhaber von Flügelwesen: B’Rock „Seraphim“Weiterlesen →
Ob es ums Schreiben hier im Blog geht oder ums Lesen gewisser Bücher, manche Dinge brauchen einfach Zeit. Dabei ist keines der drei Bücher, die ich kürzlich auslas, ein dicker Schmöker, ganz im Gegenteil: ob Ken Mogi, Akutagawa Ryunosuke oder Patti Smith, sie alle bleiben unter 200 Seiten und bieten doch jeder auf seine Art reichlich Gedankenfutter.
Drei schmale Bücher, die viel Gedankenfutter bieten: „The Little Book of Ikigai“ von Ken Mogi, „Dialoge in der Dunkelheit“ von Akutagawa Ryunosuke und „Devotion“ von Patti SmithWeiterlesen →