Überzeugende Milieuschilderungen

So überschreibt Frauke Lengermann ihre Rezension von Rattes Gift, die dieser Tage bei Literaturkritik.de erschien. Und anscheinend mag sie das Buch, denn letztlich kommt sie zu diesem Schluss: "Alles in allem ist Bach eine temporeiche Kriminalgeschichte gelungen, die sich süffig an einem verregneten Nachmittag wegliest."
Und wem’s grad nicht genug zum Romanelesen regnet, der kann zumindest hier in Auszügen Lengermanns Kritik nachlesen:
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Lebenszeichen, das X-te …

Bin noch da. Bin bloß sehr beschäftigt. Neben dem, was schreibende, malende, denkende, durchs Leben stromernde Geschöpfe so tun, hab ich mir dieses Jahr so etwas wie freiwillige Pflichtlektüre besorgt. Soll heißen: Ich bin in der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debüt. Die ersten vierzehn oder fünfzehn Bücher von „Ersttätern“ haben’s bereits in meinen Briefkasten (und die meiner Mitjuroren) geschafft. Nach einem etwas zähen Anfang bin ich nun ganz guter Dinge, dass sich neben dem statistisch erwartbaren Mittelmaß auch das Unerwartete, Besondere, eben Preiswürdige einfinden wird …
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Pubertät mit Souffleuse

Eigentlich hat die Uraufführung von „Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand“ nur ein Manko: Sie endet. Ich hätte Matthias Eberle, Lukas Grasser und Raiko Küster noch locker die eine oder andere Stunde zuschauen und zuhören mögen, wie sie sich durch Jakob Heins Stück spielen, singen und, ähm, sagen wir: tanzen. Ostpubertät leicht, kantig und überraschend schlüssig inszeniert von David Bösch, der gleich noch fürs Bühnenbild (prima Punkgrunge mit Comiceinschlag, sozusagen) mitverantwortlich zeichnet. Dafür lohnt sich’s auch, sich um Restplätze anzustellen!
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Ach du „Schreitze“

Das ist das Stichwort, das Alfred Jarry bereits vor geraumer Zeit seinen Ubu als Zeichen zum Königsmord wählen ließ. Absurdes Theater über einen Tyrannen war die Folge, "ach du Schreitze" wäre da eine zu harmlose Reaktion. Das dachte wohl auch der britische Dramatiker Simon Stephens und setzte Jarrys Stück noch einen weiteren Akt drauf – Ubu muss sich vor Gericht verantworten, und, als hätten wir’s nicht alle vorher gewusst, das Recht kann dem Tyrannen keine juristische Schuld nachweisen, von Gerechtigkeit mal ganz zu schweigen. Ach du Schreitze … wer braucht denn so etwas?
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Leseratten …

Hübsch gemacht ist das Buch allemal: Das Cover sieht aus, als hätte die Ratte, die es lesend ziert, es angeknabbert. Schöne Sache das. Aber ist ein schönes Buch auch gleich die wahre Lektüre, also ein gutes Buch? Diese Frage für Sam Savages Firmin. Ein Rattenleben zu beantworten, fällt mir nicht gerade leicht …
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Noch’ne Rezension

Schon verrückt: Seit September gab’s zu "Rattes Gift" zwar so manche höchst erfreuliche Kundenrezension bei Amazon, selbst Fanpost tauchte (in Maßen) auf, doch offzielle Buchkritiken fand ich keine. Bis letztes Wochenende eine in der WAZ erschien – und ich gestern eine weitere im Internet fand: "Über gute und schlechte Krimis" titelt Margit Weichold, und stellt im Magazin ‚Soziale Psychiatrie‘ fest: Im scharfen Kontrast zu der einfühlsamen Erzählung "Rattes Gift" von Mischa Bach, die einem hilft, die Welt aus je anderen Perspektiven zu sehen, steht ein außerordentlich simples Machwerk aus dem Hause "Law und Order": In James Pattersons Krimi "Die 6. Geisel" ist und bleibt die Welt sehr schwarz und sehr weiß. Mehr Auszüge aus ihrer sehr interessanten Kritik gibt’s im Folgenden …
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Punk mal anders

Ein Punk
die Haare auf Igel getrimmt
kommt in den Konsumgarten
für Alle
macht Abzocker an
beißt in Abrissbirnen
streichelt entrückt
den Null Bock
im Freigehege.

Margot Schroeder
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Dies und das und jenes auch

Bevor dieser bloggschreibschwache März sich ganz im April verliert, wenigstens noch eine Nachricht aus – tja, woraus eigentlich? War anderweitig beschäftigt und bin es noch, dazu schmerzgehandicapt (in meinem Fall macht es leider jede Menge Sinn, dass das Wort "Handicap" die Hand in sich trägt, denn meine Hände können’s heftig in sich haben), das heißt dann leider, alle "Schreibkraft" geht bei mir fürs Professionelle bis Poetische, fürs unmittelbar Notwendige drauf. Deshalb jetzt eben noch ein bisschen Kürgegenprogramm mit 4 B: 2 Bücher, 1 Ballett, 1 Bühnenstück:
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Hagens Banane

„Liebe 2“ heißt Hagen Rethers Programm. Ich hab’s gestern live im Essener Grillo-Theater gesehen. Aber worum geht’s dabei genau? Ein Mann sitzt im Bürostuhl am Flügel, den er mehr manisch wienert als tatsächlich spielt. Manchmal füttert er das Publikum mit Bananen, meist scheint er laut vor sich hin zu denken. Ist das Ergebnis eine Publikumsbeschimpfung, eine Zuschaueranbiederung oder ein unglaublich einsamer Monolog vor vollen Theaterreihen?
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Links

Nein, ich bin weder plötzlich parteipolitisch unterwegs noch hinterhältig und gemein, und es geht auch nur am Rande darum, dass es mir schleierhaft ist, warum es mir seit Tagen bei Blogg.de unmöglich ist, Links zu setzen (aber ich hoffe schwer, die Funktion kehrt zurück – es reicht, dass die Statistikfunktion ebenso auf Nimmerwiedersehen verschwand wie die Möglichkeit, der/die/das Bloggroll zu bearbeiten). Vielmehr ist David Mitchells Der Wolkenatlas ein wunderschönes Beispiel für vernetztes Erzählen auf schlichtem Papier …
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