Was soll’n das?

„Ist das ein Traum? Bin ich bei Sinnen?“, fragt sich Prinz Friedrich von Homburg in Heinrich von Kleists gleichnamigen Schauspiel wieder und wieder. Die Essener Inszenierung, mit der gestern die „Ära Tombeil“ begann, gibt darüber wie über viele andere Fragen, die das Stück aufwirft, keinen Aufschluss. Und ich sitz nun da und frag mich, was soll’n das?
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Tanz-Ball

Viertel- und Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft hatte ich versucht, mir allein anzuschauen. Bei ersterem stellte ich fest, dass ich als Fußballlaie einsam vorm Fernseher nicht zu halten bin, und hab über diverse Aufräumanfälle (so bin ich sonst gar incht *hüstel*) glatt zwei der Tore verpasst. Beim Halbfinale blieb ich zwangsweise wegen Hitzemigräne liegen. Das ging, schön ist aber anders. Also gab’s gestern für mich statt bei 30 Grad mir allein zuhaus auf dem Sofa zu zerfließen Tanztheater mit Klimaanlage.
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Aus und vorbei

Das war sie also, die (kurze) Ära Anselm Webers am Schauspiel Essen. Gestern verabschiedete sich sein Ensemble mit einem Theaterfest in und ums Grillo herum.
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Schmunzelhasser

Nein, ich glaube nicht, dass das Netzresidenz-Stipendium des virtuellen Literaturhauses Bremen und der Georg-K-Glaserpreis aus Gründen humoristischer Inkompatibilität an andere Adressen als die meine gingen. Aber wenn ich noch einmal schmunzeln zur Beschreibung der Mimik eines Massen- oder Serienmörders sowie zur Charakterisierung des Gesichtsaudrucks eines den einen oder anderen verfolgenden Polizisten lese, dann garantiere ich für gar nichts mehr. Mit wie wenig Sprachgefühl kommt man als Debütautor aus – und wo verdammt nochmal steckte der Lektor?!
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Zu simpel gedacht?

Im Grunde genommen ist es ein Standard wie der Eckball im Fußball: Viele Thriller wie auch Kriminalromane setzen die (personale) Perspektive des Täters eingestreut in die (personale/n) Perspektive/n des Ermittlers/nächsten Opfers/der ‚eigentlichen Hauptfigur‘ zur Spannungserzeugung ein. Leider nervt mich genau das in den meisten Fällen …
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Postbotenprosa, Schafsgeschichten und ein Pinguin

Diesen Monat gab’s nicht so viele Debütromane zu lesen, also blieb mehr Zeit für selbstgewählte Lektüre. Ich machte ein "Picknick auf dem Eis" mit Andrej Kurkow, verbrachte – passend zum hiesigen Wetter – mit Dagmar Trodler einen "letzten, langen Sommer" in Island und erfuhr von Charlotte Weitze "Vom Glück, ein Briefträger zu sein".
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Kriminalistische Krabbler

Mitten in den Filmanalysen für meine Doktorarbeit kam ich auf die glorreiche Idee, zur Entspannung ins Kino zu gehen, um mir Oliver Stones JFK anzuschauen. Das war ein typisches Beispiel für betriebsblinde Dummheit. Die erste „Krimidebüt-Jury-Pause“ zum Lesen eines Krimis zu nutzen, hätte ähnlich ins Auge gehen können. Ist es aber nicht. Denn Die Wanze von Paul Shipton ist ein ganz besonders Buch und eine ganz andere Art Krimi …
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Überzeugende Milieuschilderungen

So überschreibt Frauke Lengermann ihre Rezension von Rattes Gift, die dieser Tage bei Literaturkritik.de erschien. Und anscheinend mag sie das Buch, denn letztlich kommt sie zu diesem Schluss: "Alles in allem ist Bach eine temporeiche Kriminalgeschichte gelungen, die sich süffig an einem verregneten Nachmittag wegliest."
Und wem’s grad nicht genug zum Romanelesen regnet, der kann zumindest hier in Auszügen Lengermanns Kritik nachlesen:
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Lebenszeichen, das X-te …

Bin noch da. Bin bloß sehr beschäftigt. Neben dem, was schreibende, malende, denkende, durchs Leben stromernde Geschöpfe so tun, hab ich mir dieses Jahr so etwas wie freiwillige Pflichtlektüre besorgt. Soll heißen: Ich bin in der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debüt. Die ersten vierzehn oder fünfzehn Bücher von „Ersttätern“ haben’s bereits in meinen Briefkasten (und die meiner Mitjuroren) geschafft. Nach einem etwas zähen Anfang bin ich nun ganz guter Dinge, dass sich neben dem statistisch erwartbaren Mittelmaß auch das Unerwartete, Besondere, eben Preiswürdige einfinden wird …
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Pubertät mit Souffleuse

Eigentlich hat die Uraufführung von „Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand“ nur ein Manko: Sie endet. Ich hätte Matthias Eberle, Lukas Grasser und Raiko Küster noch locker die eine oder andere Stunde zuschauen und zuhören mögen, wie sie sich durch Jakob Heins Stück spielen, singen und, ähm, sagen wir: tanzen. Ostpubertät leicht, kantig und überraschend schlüssig inszeniert von David Bösch, der gleich noch fürs Bühnenbild (prima Punkgrunge mit Comiceinschlag, sozusagen) mitverantwortlich zeichnet. Dafür lohnt sich’s auch, sich um Restplätze anzustellen!
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