Haare und Meer

Gleich vorweg: Ich verstehe immer noch nicht allzu viel von Opern. Pelléas et Méllisande, Debussys Lyrisches Drama in fünf Akten, das ich mir am Donnerstag mit einer Freundin im Aalto Theater in Essen ansah und -hörte, war womöglich die zehnte, vielleicht auch die zwölfte Oper meines Lebens. Aber was genau haben wir da gehört und gesehen?

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PoPe oder emanzipatorische Fragmente

Murder by the Book? hat Sally R. Munt ihre Untersuchung zu Kriminalroman und Feminismus überschrieben, und ich gebe gleich mal eine Sache vorweg zu: ohne mein Seminar „Schreibt sie anders, als er liest?“ hätte ich es wohl nicht gelesen und eine Menge verpasst. Dabei geht es mir gar nicht mal so sehr um Munts interessante Theorien oder die vielen Autorinnen und Bücher, die sie vorstellt (von denen ich mir so manches am liebsten gleich ins Regal stellen würde). Die echte Überraschung nicht nur bei diesem Buch, sondern ganz generell bei der Beschäftigung mit Gender und Feminismus in Bezug auf Kriminalliteratur war die Feststellung, wie überaus anregend all das für mich war (und ist).

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Ein seltsames Buch

Tödliche Schlagzeilen heißt die deutsche Übersetzung von Michael Collins‚ The Keepers of Truth, das im Original im Jahr 2000 erschien, jedoch aus irgendeinem Grund in den späten 1970ern, irgendwo im Niedergang der kleinen und mittleren Industriestädte, knapp vor Beginn von Reagan-Ära und Thatcherismus angesiedelt ist. Weiterlesen →

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Dicht, Dichter, Polleke

Ich bin ja recht skeptisch, wenn schon wieder mal ein erfolgreiches Buch für die Bühne adaptiert wird. Wenn der Autor dann noch wie Guus Kuijer für sein Werk mit Preisen überschüttet wurde, steigt mein Bedenkenpegel bedenklich. Doch bei Siegfried Hopps Inszenzierung von Wir alle für immer zusammen, die heute in der Essener Casa Premiere hatte, ist all das überflüssig – die ist nämlich ideenreich und wunderbar gelungen!

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Endlosschleife im Amt

Chronisch überlastet, so oder so mit Argusaugen von allen Seiten beobachtet und dabei stets in Gefahr, alles, aber auch alles falsch zu machen. Das wäre eine Art, Mitarbeiter eines beliebigen, deutschen Jugendamtes zu beschreiben. Denn wie soll man von Amts wegen außen richtig stellen, was von innen, eben aus den Familien, den sogenannten,  heraus explodiert, implodiert? Dass das nur schief gehen kann, beschreibt Felicia Zellers Kaspar Häuser Meer. In Essen hat das jetzt Thomas Ladwig inszeniert und herausgekommen ist ein teilweise ausgesprochen sehens- und hörenswerter Abend.

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Ente bittersüß

Ob man ‚danach‘ als Engel mit Flügeln auf einer Wolke sitzt und auf die Erde hinabschaut? Oder landet man gar irgendwo tief unten, wo man gegart und süßsauer zubereitet wird? Was sich Enten alles erzählen, meint der Tod (Tobias Roth) und lächelt verlegen. Was danach kommt, weiß er auch nicht. Und was davor ist, vom Leben, davon erzählt ihm die Ente (Anna Döing) in Nora Dirisamers Stück Ente, Tod und Tulpe (nach dem Buch von Wolf Erlbruch), das gestern in der Box, der kleinsten Bühne des Schauspiels Essen, Premiere hatte.

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Frauensachen

Da ich gerade für mein neues Uni-Seminar zum Thema „Schreibt sie anders, als er denkt? Gender & Kriminalliteratur“ lese, kann ich über den größten Teil meiner Lektüre z.Zt. schlecht im Blogg schreiben. Theoretisch könnte man auch die drei Romane von Amanda Cross – The Theban Mysteries, Death in a Tenured Position und The Players Come Again – in diese Rubrik einordnen, doch so viele Referatsthemen werde ich kaum brauchen. Und da meine Studenten ja auch diesmal alles, außer Literaturstudenten sein werden, behalte ich Cross‘ akademisch-literaturwissenschaftliche Detektivin Kate Fansler einfach für mich bzw. fürs Blogg.

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Auf- und Ausgelesenes

Geht ja nicht an, dass ich mich hier nur noch über philosophische Fragen verbreite und darüber die Bücher vergesse. Vor allem, wo ich den Sommer über so manches Buch gelesen habe – wenngleich nicht jedes davon wirklich und wahrhaftig bis zur letzten Seite: Feuertaufe von Markus Stromiedel, Eine verlässliche Frau von Robert Goolrick, Aevar Örn Jósepssons Dunkle Seelen, Kathryn Fox‘ Skin and Bone, Edward St Aubyns On the Edge sowie Patricia Cornwells Book of the Dead und Louise Pennys Und die Furcht gebiert den Zorn. Ach ja, und dann war da noch Jon Ronsons The Psychopath Test …

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Und die Moral …?

Was ist richtig, was falsch? Kann man das wirklich zweifelfsfrei unterscheiden – und auch noch danach handeln? Was ist mit der Vergangenheit, mit den Entscheidungen, die wir längst gefällt haben, und deren Konsequenzen, allesamt schon zu Erinnerungen geworden – ist das alles überhaupt wahr? Und wenn es das nicht ist, wie kann man dann wissen, was richtig und falsch, eben moralisch oder ethisch war oder auch nur gewesen wäre? Julian Barnes hat sich in seinem Roman The Sense of an Ending mit letzterem, Eric-Emmanuel Schmitt mit seinem Freigeist mit ersterem beschäftigt. Und ich steh mittendrin und weiß nicht wie noch was …

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Reisebegleiter

Nicht jedes Buch muss wie ein guter Freund sein – oft reicht eine einmalige, schöne oder spannende Begegnung aus. Genau das suche ich bei Reisebegleitern in Buchform: gut geschriebene Geschichten, die mich gut unterhalten, zum Nachdenken anregen, spannend sind, etc., bei denen ich aber auch weiß, ich werde sie kein zweites Mal lesen wollen. Insofern eignen sich Krimis und Thriller sehr gut als Urlaubslektüre. Zumindest theoretisch. Gestern abend sortierten sich gleich drei beim An- bis Querlesen gewissermaßen selbst aus: denn ewig grüßt der Serienkiller … und macht mich gähnen.

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