Ist es aus?

"Hoffentlich wird das nicht zu grausam", sagten die beiden alten Damen, die in der Premiere von Tamsin Oglesbys Richtig alt, so 45 am gestrigen Sonntagabend im Grillo-Theater neben mir saßen. Und als gut zwei Stunden später der Vorhang fiel, fragten die eine die andere, "Ist es aus?" Was beides auf eine Art gut passt zu dem britischen Stück, das in der nahen Zukunft spielt und die Problematik der alternden Gesellschaft auf die schwarzhumorig-böse Spitze treibt.
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Zu cool um gut zu sein

Wahrheit, Echtheit, Authentzität – gelegentlich mögen einem diese Begriffe höchst abgegriffen vorkommen. Was aber passiert, wenn man sie mit Spannung und Coolness mischt? Jonathan Kellerman und Peter Temple haben es versucht, aber so richtig überzeugend sind die Ergebnisse nicht. 
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Posen im Nebel

Die Premiere von Black Rider im Grillo-Theater im letzten Dezember hab ich verpasst, aber hab ich da wirklich was verpasst? Eine befreundete Premierenbesucherin meinte, das Ganze habe die Wirkung „einer Wurst, die man in den Hausflur wirft“. Stimmt, sage ich nun, nachdem ich mir letzten Sonntag dieses weitere musikalische Werk am Essener Schauspiel zu Gemüte führte. Entweder „Wurst im Hausflur“ oder „Posen im Nebel“.
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Historiengemälde

Mit den meisten historischen Romanen kann ich wenig bis nichts anfangen, handelt es sich doch heutzutage dabei um wahlweise schlicht rückversetzte Melodramen, Liebes- oder Abenteuerromane oder um eher fantasielose Fantasygeschichten. An sich kann ich auf so ziemlich jedes Werk dieses Genres verzichten, es sei denn, es stammt von Rebecca Gablé (dann habe ich bloß blöderweise die nächsten Wochen keine Zeit für gar nichts anderes mehr ;-)). John Vermeulens Die Elster auf dem Galgen habe ich dennoch erstaunlich gern gelesen.
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Klappe zu!

Pfingsten. Zwei Männer begegnen einander auf der Terrasse eines Hotels und kommen ins Gespräch. Drei Tage lang essen, trinken, reden sie, philosophieren sie, tauschen gegensätzliche Ansichten zum Leben, Lieben und dem Rest der Welt aus. Sie lernen einander kennen. Sollte man meinen. Aber in Markus Werners Am Hang liegen die Dinge ein bisschen anders …
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Finales

Bevor ich’s über Parkleuchten und Urheberrechtsfragen ganz vergesse, rasch ein paar Sätze zu David Baddiels Whatever Love Means, dessen Lektüre ich durchaus genossen habe, dessen Ende mich jedoch leicht ratlos zurücklässt.
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Verbrecherjagd mit Spaniel

Bei Hitze Mord – klingt nach einem Sommerbuch, ist es auch, was aber dem Vergnügen, es im Winter zu lesen keinen Abbruch tut. Arnd Federspiel hat’s geschrieben, bei Droste ist es erschienen, und obwohl ich sonst kein großer Freund des reinen unterhaltenden Krimis bin, den hier mochte und mag ich.
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DisTanz

Drei Chroreographen, drei verschiedene Musik- und Stilwelten, ein ungemein sehenswerter Tanzabend im Essener Aalto-Theater: "Zeitblicke" mit "Petite Morte", "End-Los" und "Rooster" von Patrick Delcroix, Jiří Kylián, Christopher Bruce
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Sprachgewaltig und bildmächtig

Eigentlich bin ich kein Freund von Prosa-auf-die-Bühne-Adaptionen. Und bei Kleist, dessen Prosa etwas geradezu manisches hat und eine so eigene Kraft, die in vielem den Stream of Consciousness der Literatur des 20. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheint, also bei Kleists Prosa erschien mir das bislang auch kaum machbar. Gestern hab ich mir dann endlich Michael Kohlhaas inszeniert von Christoph Roos für die Casa des Grillo-Theaters in Essen angeschaut und kann nur sagen: So kann man sich täuschen. Diese Dramatisierung kann sich nämlich wirklich sehen lassen.
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Dunkle Geheimnisse

Dass die Nominierungen für die Krimipreise des Syndikats raus sind, ist nicht nur für die Nominierten Anlass zum Feiern. Es bedeutet für mich als nunmehr Ex-Jurorin auch, dass ich endlich wieder lesen kann, was ich lesen will, und das auch noch dann, wenn ich es will … Und die ersten beiden "freien Bücher" waren meine Reisebegleiter zur Jurysitzung: J.L. Carrells Die Shakespeare Morde und Paul Austers Mann im Dunkel.
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