Poesie im Raum

Zeichensturm – so heißt Michikaze Matsunes Performance in Gebärdensprache, die gestern abend zum zweiten (und leider wenigstens vorerst letzten) Mal bei PACT auf Zeche Zollverein zu sehen war. Schade für Sie, wenn Sie’s verpasst haben – und das gilt ganz unabhängig von der Frage, wieviel Gebärdensprache man verstehen mag …
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Ödnis mit Axt

Graf Öderland. Eine Moritat in 12 Bildern hat Max Frisch sein vielfach überarbeitetes, wenig gespieltes Stück in der Fassung von 1961 genannt. 12 Bilder – das klingt nach einem Reigen, einem Kalender, eben einem Ganzen. Was Konstanze Lauterbach in Essen daraus gemacht hat, ist bestenfalls Stückwerk.
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Blutige Langeweile

Ach ja. Immer diese Serienkiller, die immer mehr Seiten zwischen immer mehr Buchdeckeln füllen. Und als ob die nicht schon allein nervtötend und unglaubwürdig genug wären, nein, es muss auch noch immer blutiger, ekliger, grausamer werden. So läuft’s auch bei Blake Crouchs Debüt Desert Places, das ich nur aus zwei Gründen las:
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Auftragsarbeiten

Was ist wohl eine Deutsche Erstaufführung? Und was hat das mit Holger, Hanna und dem ganzen kranken Rest zu tun, eben Jan Demuths Stück, das gestern in der Casa des Essener Grillo-Theaters in der Inszenierung von Henner Kallmeyer Premiere hatte?
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Feuchtigkeiten

Kann sein, das Regenwetter ist schuld. Gut möglich auch, dass es einfach an der bevorstehenden Reise liegt – ob ich mich freue (wie auf den Besuch in Hannover) oder nicht, ob es um Urlaub oder Arbeit geht (wie die morgige Schullesung in Harsum) geht, bevor es losgeht, will ich alles, bloß nicht weg. Und manchmal ist mir dabei sogar zum Heulen zumute. Aber ich fürchte, diesmal ist ein Buch schuld: Markus Zusaks Die Bücherdiebin nämlich.
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Endlich …!

Nach all den Kinder- und Jugendbücher, all der kriminalistischen Pflichtlektüre (okay, das war selbstgewählt, aber doch in Masse und Konsequenz überwältigend) des vergehenden Jahres 2011, jetzt endlich zum guten Schluss (oder doch fast) ein ganz anderes Buch – eines für Erwachsene, für Literaturmenschen und Sprachliebhaber, für gebildete, gern auch akademischer Leser und all das in wunderbarer, mal glasklarer, mal verspielter, englischer Prosa mit lyrischen wie philosophischen Einsprengseln: The Summer Without Men von Siri Hustvedt.
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Lückenhaftes

Lückenhaft ist nicht nur dieses mein armes Blogg. Lückenhaft ist gelegentlich auch meine Erinnerung. Zum Beispiel an Thomas Manns Der Tod in Venedig – das ich meiner Mann-Abneigung zum Trotz kennen müsste, denn es war Thema eines Uniseminars zur Literaturverfilmung und ich erinner mich deutlich, dass ich beim Blick in die englischsprachige Ausgabe einer britischen Kommilitonin dachte „Heureka, sollte ich nochmal Mann lesen müssen, dann tu ich’s in Englisch, das ist erträglicher!“ Aber Sprachfragen hin, Zeit (online) her: Warum erinner ich mich nicht an den Inhalt?!
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Ein Monolog zu viel

Ich hoffe, die Mittheaterbesucherin, der ich mit diesem Titel die Kürzestkritik zur sonntäglichen Premiere im Essener Grillotheater verdanke, verzeiht es, dass ich damit nach dem Motto "Besser gut geklaut als schlecht selber gemacht" verfahre. Und genau damit, so fürchte ich, sind wir bereits bei einem der Probleme von Benefiz- Jeder rettet einen Afrikaner von Ingrid Lausund, das in Essen von Thomas Ladwig inszeniert wurde.
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Great Voice, Bad Light

Schwer zu sagen, ob es das simultane Spiel von Flügel und Keyboard oder doch die Stimme ist, was Tori Amos‚ Einzigartigkeit ausmacht, zumal ihr musikalischer Stil an sich alles andere als gewöhnlich ist. Was ich bei allem Musikgenuss jedoch nicht beim gestrigen Konzert in der Essener Philharmonie gebraucht hätte, war das Kitschlicht.
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Dschungelfieber

Wolfsgeheul und Tigergebrüll, Panthergeschnurr, Affengekreisch und, genau: Bärengesang – na, klingelt’s? Genau: All das gehört zu Rudyard Kiplings Dschungelbuch, jedenfalls spätestens dann, wenn’s auf die Bühne kommt. Um so schöner, wenn es so poetisch verdichtet und klug auf den Punkt gebracht das Scheinwerferlicht der Theaterwelt erblickt wie am gestrigen Sonntag im Staatstheater Osnabrück. Und was ein Glück, dass ich trotz Bahngedöhns diese Inszenierung von Katja Lillih Leinenweber nicht verpasste!
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