Wendige Wörtergestalten

Plot Point. Breitbeinig kommt der Begriff daher, fast o-beinig, ein bisschen wie John Wayne. Fest auf dem Boden der Dramaturgie, der Drehbuchschreibschule geht und steht er. Zugleich hat das gedoppelte P auch etwas von Wassertropfen, ziemlich dicken dazu: Plot – platsch! – Point – plitsch! Erst war es so, dann wird es anders. Weiterlesen

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Termine, Termine!

Wer mich mit dem Überfallkommando im Café Livres Mitte Januar verpasst hat, darf auf Wiederholungstaten mit neuen Texten und neuen literarischen Verbrechen hoffen, muss nach derzeitigem Planungsstand darauf jedoch mindestens auf die zweite Jahreshälfte warten. Wem das zu lang erscheint, dem seien zwei weitere Lesungen, ein Solo auf der Krimi-Couch in Essen und eine Ladies Crime Night mit meiner Beteiligung in Bottrop empfohlen, denn die gibt’s schon Anfang März.

Autorin vor Lesebühne: Mischa Bach am Krimitag 2017

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Klug beobachtet: „Equinox“ von Eva Figes

Eine Frau in einer Lebenskrise, ein Jahr lang beobachtet von Eva Figes, das ist das Thema ihres 1966 erschienen, ersten Romans „Equinox„. Stets nah dran an der Protagonistin Elizabeth Winter bleibt der Text, wechselt dabei manches Mal aus der personalen Perspektive ins Ich, gelegentlich sogar ins Du, um zwischendrin immer wieder im Bewusstseinsstrom der Londonerin zu reisen. Figes beobachtet ihre Zeitgenossen sehr genau, gelegentlich seziert sie sie gar, und dabei schreibt sie ausgesprochen poetisch, das erinnert an Virginia Woolf. Was ja schon mal ziemlich viel Gutes bedeutet. Aber geht das Ganze auch auf?

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Volles Haus

Gestern war nix mit Bloggen, gestern war ich mit dem Krimi-Überfallkommando unterwegs. Zum ersten Mal im Café Livres, und was soll ich sagen? Offenkundig hat Rüttenscheid Nachholbedarf, was die Kunst des szenischen Überfalls angeht: es war ausverkauft 🙂

Vor der Lesung noch erstaunlich ernsthaft: Mischa B. und Arnd F. alias The Doc & The Player (Foto: The Joker alias H.P. Karr)
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Spinnwebfein

Schon lange hatte ich vor, mich lesend in Kazuo Ishiguros Welten zu begeben, aber irgendwas kam immer dazwischen. Was gar nicht so schlecht passt zu seinem kleinen, aber feinen Roman An Artist of the Floating World aus dem Jahr 1986. Denn sein Protagonist und Ich-Erzähler, der berühmte Maler Masuji Ono, scheint seinen Ruhestand hauptsächlich mit mäandernden Gedankenströmen zu verbringen, die ihn immer wieder zurück in die Vergangenheit ziehen. Was durchaus heikel werden kann, denn 1948, als das Buch einsetzt, ist der Zweite Weltkrieg samt Kriegsverbrechen noch unheimlich nah.

Ein Buch von schwebender Schönheit: Kazuo Ishiguros „An Artist of the Floating World“

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Traditionslinien

Als Silviu Purcurates Inszenierung von La Bohème in Essen im Aalto Premiere feierte, war das zugleich der 101. Geburtstag dieser Puccini-Oper. Zwischen diesem Moment und der gestrigen Dernière lagen 21 Jahre. Was für eine lange Traditionslinie und doch eine Zeitspanne, die zugleich belanglos erscheinen dürfte, verglichen mit dem Alter manchen Instruments im Orchestergraben. Und ich sitze nun da mit einem seltsamen Paradox: was von dem, was gestern Abend so frisch und lebendig daherkam, war tatsächlich noch dasselbe oder auch nur vergleichbar mit der Premiere?

Jessica Muirhead als Mimi am Stadtrand auf der Suche nach ihrem Rodolfo. Foto Saad Hamaza
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Kafka in Japan

Ein ungewöhnliches Buch mit wunderbar absurden Aspekten und einer Sprache, die auf angenehme Weise Distanz hält zu den Figuren, ohne sie dabei zu verraten, das ist Marion Poschmanns Roman „Die Kieferninseln“ für mich, der 2017 bei Suhrkamp erschien und sehr verdient auf der Buchpreis-Shortliste landete.

Leider schon ausgelesen … Marion Poschmanns wahrhaft erlesener Prosatext voll Haikus und Tragikkomik.
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Reloaded: Dies ist ein Überfall

Wer schon immer wissen wollte, worauf es bei einem stilechten Straßenraub ankommt, muss dafür nicht in dunklen Ecken auf den Räuber warten. Am Montag, den 15. Januar 2018, leistet das literarische Überfallkommando – The Player (Arnd Federspiel), The Joker (H.P. Karr) und The Doc (Mischa Bach) – mit szenischen Lesugen unter dem Motto „Dies ist  ein Überfall. Reloaded“ im Café Livres kriminell gute Aufklärungsarbeit und und spannende Unterhaltung.

Joker, Doc & Player (Foto: S. v. Knobloch)

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Zwischenjahresnotiz V: Ein perfekter Freund

Ob das Buch die perfekte Wahl für mein Uniseminar „Erinnern und Vergessen. Ich und Identität (nicht nur) in der Kriminalliteratur“ ist, werde ich erst im nächsten Semester entdecken. Aber Martin Suters 2002 erschienener Roman um den Journalisten Fabio Rossi, dem nach einer Kopfverletzung 50 Tage fehlen, scheint einerseits eine spannende und doch auch realistische Auseinandersetzung mit dem Thema Amnesie und ist andererseits elegant geschrieben und präzise erzählt, mithin definitiv lesens- und diskutierenswert. Weiterlesen

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Zwischenjahresnotiz IV: Before I Go to Sleep

Hochgelobtes Debüt, verfilmt noch dazu, das ist SJ Watsons Thriller Before I Go to Sleep. Und ein weiteres Buch zum Thema Amnesie, und zwar sowohl der retrograden als auch anterograden Art. Christines Erinnerungen halten jeweils nur einen Tag, genauer: vom Erwachen bis zum Einschlafen, und das schon seit Jahrzehnten. Was dazu führte, ist im Dickicht des Vergessen verloren. Ihre einzige Waffe gegen das Nichts: ein Tagebuch, täglich fortgeführt, täglich neu gelesen. So erobert sich die Ich-Erzählerin täglich aufs Neue  ein Gefühl für sich und vor allem für ihre eigene Geschichte – und geht dem Warum dahinter auf den (spannenden) Grund. Weiterlesen

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