Ach du „Schreitze“

Das ist das Stichwort, das Alfred Jarry bereits vor geraumer Zeit seinen Ubu als Zeichen zum Königsmord wählen ließ. Absurdes Theater über einen Tyrannen war die Folge, "ach du Schreitze" wäre da eine zu harmlose Reaktion. Das dachte wohl auch der britische Dramatiker Simon Stephens und setzte Jarrys Stück noch einen weiteren Akt drauf – Ubu muss sich vor Gericht verantworten, und, als hätten wir’s nicht alle vorher gewusst, das Recht kann dem Tyrannen keine juristische Schuld nachweisen, von Gerechtigkeit mal ganz zu schweigen. Ach du Schreitze … wer braucht denn so etwas?
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Leseratten …

Hübsch gemacht ist das Buch allemal: Das Cover sieht aus, als hätte die Ratte, die es lesend ziert, es angeknabbert. Schöne Sache das. Aber ist ein schönes Buch auch gleich die wahre Lektüre, also ein gutes Buch? Diese Frage für Sam Savages Firmin. Ein Rattenleben zu beantworten, fällt mir nicht gerade leicht …
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Noch’ne Rezension

Schon verrückt: Seit September gab’s zu "Rattes Gift" zwar so manche höchst erfreuliche Kundenrezension bei Amazon, selbst Fanpost tauchte (in Maßen) auf, doch offzielle Buchkritiken fand ich keine. Bis letztes Wochenende eine in der WAZ erschien – und ich gestern eine weitere im Internet fand: "Über gute und schlechte Krimis" titelt Margit Weichold, und stellt im Magazin ‚Soziale Psychiatrie‘ fest: Im scharfen Kontrast zu der einfühlsamen Erzählung "Rattes Gift" von Mischa Bach, die einem hilft, die Welt aus je anderen Perspektiven zu sehen, steht ein außerordentlich simples Machwerk aus dem Hause "Law und Order": In James Pattersons Krimi "Die 6. Geisel" ist und bleibt die Welt sehr schwarz und sehr weiß. Mehr Auszüge aus ihrer sehr interessanten Kritik gibt’s im Folgenden …
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Punk mal anders

Ein Punk
die Haare auf Igel getrimmt
kommt in den Konsumgarten
für Alle
macht Abzocker an
beißt in Abrissbirnen
streichelt entrückt
den Null Bock
im Freigehege.

Margot Schroeder
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Dies und das und jenes auch

Bevor dieser bloggschreibschwache März sich ganz im April verliert, wenigstens noch eine Nachricht aus – tja, woraus eigentlich? War anderweitig beschäftigt und bin es noch, dazu schmerzgehandicapt (in meinem Fall macht es leider jede Menge Sinn, dass das Wort "Handicap" die Hand in sich trägt, denn meine Hände können’s heftig in sich haben), das heißt dann leider, alle "Schreibkraft" geht bei mir fürs Professionelle bis Poetische, fürs unmittelbar Notwendige drauf. Deshalb jetzt eben noch ein bisschen Kürgegenprogramm mit 4 B: 2 Bücher, 1 Ballett, 1 Bühnenstück:
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Hagens Banane

„Liebe 2“ heißt Hagen Rethers Programm. Ich hab’s gestern live im Essener Grillo-Theater gesehen. Aber worum geht’s dabei genau? Ein Mann sitzt im Bürostuhl am Flügel, den er mehr manisch wienert als tatsächlich spielt. Manchmal füttert er das Publikum mit Bananen, meist scheint er laut vor sich hin zu denken. Ist das Ergebnis eine Publikumsbeschimpfung, eine Zuschaueranbiederung oder ein unglaublich einsamer Monolog vor vollen Theaterreihen?
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Links

Nein, ich bin weder plötzlich parteipolitisch unterwegs noch hinterhältig und gemein, und es geht auch nur am Rande darum, dass es mir schleierhaft ist, warum es mir seit Tagen bei Blogg.de unmöglich ist, Links zu setzen (aber ich hoffe schwer, die Funktion kehrt zurück – es reicht, dass die Statistikfunktion ebenso auf Nimmerwiedersehen verschwand wie die Möglichkeit, der/die/das Bloggroll zu bearbeiten). Vielmehr ist David Mitchells Der Wolkenatlas ein wunderschönes Beispiel für vernetztes Erzählen auf schlichtem Papier …
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Und ewig lockt das Weib …

Dass ich mich in Sachen Musik, isb. sämtlicher klassischer Varianten, als Analphabetin fühle, hab ich sicher schon mal erwähnt. Aber das muss ja nichts heißen bzw. das heißt in meinem Fall ganz sicher nicht, dass ich deshalb Ohren und Finger davon ließe. Gestern war ich also im Aalto, um mich zwei Stunden lang Alban Bergs Oper Lulu auszusetzen. Ein Experiment. Und nun dazu der höchst persönliche, äußerst subjektive und ein wenig synästhetisch eingefärbte Bericht … 
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Herztier mit Worthirn

Schon seit Stunden zieht es mich zum Blogg, allein, das Telefongeklingel hielt mich ab. Dabei ist das Ziehen an sich überraschend oder doch unzeitig – aber das mag wohl eine Nebenwirkung sein, wenn ich Herta Müller lese. Und damit mein Hirn nun wieder frei wird für meine Worte, mein Schreiben, muss ich mich eine Runde über ihr merk-würdiges Herztier verbreiten. 
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Ausgelesen

Fünf höchst unterschiedliche Autoren, fünf komplett verschiedene Bücher, vereint nur durch die Tatsache, dass ich sie kürzlich gelesen habe: Wie schreib ich da am besten drüber? Fangen wir mit meinem größten Irrtum an – monatelang hatte ich mich von Cover und Titel von Gilles Paris‚ Buch Autobiografie einer Pflaume abschrecken lassen. Und dann hat es mich überraschend gut auf der Fahrt nach Flensburg unterhalten.
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