Nachtangst

Es ist mal wieder Zeit für eine Leseprobe – und was kommt mir dazu am längsten Tag des Jahres in den Sinn? Eine Nachtgeschichte:

Nachtangst

Alles vibriert. Es dröhnt, schlägt, hämmert mit ungeheurer Gewalt. Überall ist Vibration und Dröhnen, nirgends Luft. Keine Luft, mein Gott, rein gar keine Luft, dafür tonnenschwerer Druck auf der Brust. Okay – auf der Brust, das bedeutet, ich bin’s, ich bin noch da – aber was ist das? Was dröhnt, was drängt da, was vibriert und schlägt und pulsiert überall im Körper – ja ich bin im Körper, in meinem Körper, nur der ist, ich weiß nicht was. Gefangen in ihm bin ich, wie in einer Trommel, auf die ein Riese einschlägt. Luft, wieso krieg ich keine Luft? Was hält mich, was drückt mich nieder, nimmt mir den Atem? „Oh mein Gott“ – endlich, ein Schrei, mein Schrei. „Mutter!“ Noch ein Schrei und ich bin wach. Mutter? Das kann nicht sein. Sie ist tot, schon lange tot. Ich aber lebe. Denke ich, denn ich fühle, dass ich senkrecht im Bett sitze, zitternd wie Espenlaub, kein Wunder, ich bin nassgeschwitzt und es ist kalt hier.

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Schönheit retten!

Eigentlich wollte ich nur noch mal nachschauen, welche Farbe der Baldachin des Hotels Bogota in Berlin hat – ich hab ihn ja nur im Winter unter Schnee im Halbdunkeln gesehen, während es in der Geschichte, an der ich gerade schreibe, Sommer sein wird … und was muss ich da lesen: Das Hotel Bogota ist von der Schließung bedroht. Falls Sie wie ich der Ansicht sind, diese Schönheit, diese Institution, dieser besondere Ort müsse erhalten bleiben, können Sie einfach im Internet eine Petition unterzeichnen.

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Zu Besuch auf der anderen Seite

Als ich vor einigen Wochen meine Neurologin fragte, ob ich zum Vortrag „Migräne und posttraumatische Belastungsstörung. Gibt es Zusammenhänge?“ in ihrer Praxis kommen könne, ging es mir rein um das Thema bzw. die Themen. Heute war dieser Vortrag und erst vor Ort wurde mir bewusst, dass dies eine Fortbildung für Ärzte ist und ich mithin sozusagen zu Besuch auf der anderen Seite war. Eine Erfahrung, die mich bereichert und nachdenklich gemacht hat.

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Eine schottische Romanze

Es kühlt zwar nicht unbedingt ab, während der ersten Hitzewelle des Jahres 2013 ein Buch zu lesen, das mit Fußspuren des Teufels im Schnee beginnt und im Tiefschnee endet. Doch für mich, die ich bislang noch kein Wort des schottischen Autors John Burnside gelesen habe, ist The Devil’s Footprints eine heißkalte Entdeckung der besonderen Art. Weiterlesen →

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Suchmaschinenblues

Am Wochenende war ich in einer kleinen, aber feinen Ausstellung in meiner Geburtsstadt Neuwied am Rhein: dank gesichtet im gARTen kann man im Garten des Roentgenmuseums die Arbeiten von sieben Keramikkünstlern entdecken. Wobei die Arbeiten von Marlen Schulze einen unerwarteten Nebeneffekt hatten – nach Jahren, ach Jahrzehnten der Modellierabstinentz wäre ich am liebsten sofort losgestürmt und hätte mir einen großen Klumpen Ton gekauft. Allein: Wo in Essen könnte ich Keramik brennen lassen? Da schlug er dann zu, der Suchmaschinenblues, denn so gern ich hier lebe, so nervig ist das manchmal beim Suchen im Web … Weiterlesen →

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Kunstfundstücke

Eigentlich kann man ihn wirklich nicht übersehen, den Kunsttag in Werden – wo Roger Löcherbachs sanfte Giganten hoch aufragen und doch auf eigentümlich fast zart wirken. Jedenfalls nicht herablassend. Weiterlesen →

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Authentizität

Schwer auszusprechen und doch in aller Munde: die Authentizität. Und an sich klingt „Echtheit“, „als Original befunden“ oder schlicht wahr nicht schlecht. Wäre da nicht das (mein?) Problem mit allerlei Trends und Moden einerseits und dem ewigen Hang zum Hinterfragen andererseits. Weiterlesen →

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Kleine Unterschiede?

Wer schreibt wie, wer liest was und was lässt sich aus dem einen wie dem anderen schließen? Nach den heutigen, teils zähen, nichtsdestotrotz anregenden Diskussionen mit meinen Studenten habe ich vorhin meinen Bücherschrank nichtrepräsentativ, aber vielleicht dennoch mit erhellenden Ergebnissen durchstreift: Frau oder Mann, wer hat’s geschrieben? Weiterlesen →

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Wort(be)deutungen

„Haben sich aller hier schon mit Buddhismus beschäftigt?“ Ich verneinte, genau wie meine Freundin. Alle anderen dagegen, selbst diejenigen, die das erste Mal zu Meditation und Vortrag ins Buddhistische Zentrum in Essen gekommen waren, bejahten. Was mir merkwürdig erscheint – Weiterlesen →

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Entzücken

Was galt einst nicht alles als entzückend – das Näschen eines Mädchens, ein kecker Hut, ein braves Kind, ein hübsches Gewand. Und gab es nicht auch eine Zeit, in der „ich bin entzückt“ eine Art emotionale Steigerung von „ja, gerne“ oder auch „erfreut Sie zu sehen“ war? Heute dagegen braucht es alte Tanten fürs Entzücken oder gleich die Verzückung als religiös genehme Form der Ekstase. Schade. Weiterlesen →

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