Auftragsarbeiten

Was ist wohl eine Deutsche Erstaufführung? Und was hat das mit Holger, Hanna und dem ganzen kranken Rest zu tun, eben Jan Demuths Stück, das gestern in der Casa des Essener Grillo-Theaters in der Inszenierung von Henner Kallmeyer Premiere hatte?
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Feuchtigkeiten

Kann sein, das Regenwetter ist schuld. Gut möglich auch, dass es einfach an der bevorstehenden Reise liegt – ob ich mich freue (wie auf den Besuch in Hannover) oder nicht, ob es um Urlaub oder Arbeit geht (wie die morgige Schullesung in Harsum) geht, bevor es losgeht, will ich alles, bloß nicht weg. Und manchmal ist mir dabei sogar zum Heulen zumute. Aber ich fürchte, diesmal ist ein Buch schuld: Markus Zusaks Die Bücherdiebin nämlich.
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Endlich …!

Nach all den Kinder- und Jugendbücher, all der kriminalistischen Pflichtlektüre (okay, das war selbstgewählt, aber doch in Masse und Konsequenz überwältigend) des vergehenden Jahres 2011, jetzt endlich zum guten Schluss (oder doch fast) ein ganz anderes Buch – eines für Erwachsene, für Literaturmenschen und Sprachliebhaber, für gebildete, gern auch akademischer Leser und all das in wunderbarer, mal glasklarer, mal verspielter, englischer Prosa mit lyrischen wie philosophischen Einsprengseln: The Summer Without Men von Siri Hustvedt.
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Lückenhaftes

Lückenhaft ist nicht nur dieses mein armes Blogg. Lückenhaft ist gelegentlich auch meine Erinnerung. Zum Beispiel an Thomas Manns Der Tod in Venedig – das ich meiner Mann-Abneigung zum Trotz kennen müsste, denn es war Thema eines Uniseminars zur Literaturverfilmung und ich erinner mich deutlich, dass ich beim Blick in die englischsprachige Ausgabe einer britischen Kommilitonin dachte „Heureka, sollte ich nochmal Mann lesen müssen, dann tu ich’s in Englisch, das ist erträglicher!“ Aber Sprachfragen hin, Zeit (online) her: Warum erinner ich mich nicht an den Inhalt?!
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Ein Monolog zu viel

Ich hoffe, die Mittheaterbesucherin, der ich mit diesem Titel die Kürzestkritik zur sonntäglichen Premiere im Essener Grillotheater verdanke, verzeiht es, dass ich damit nach dem Motto "Besser gut geklaut als schlecht selber gemacht" verfahre. Und genau damit, so fürchte ich, sind wir bereits bei einem der Probleme von Benefiz- Jeder rettet einen Afrikaner von Ingrid Lausund, das in Essen von Thomas Ladwig inszeniert wurde.
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Great Voice, Bad Light

Schwer zu sagen, ob es das simultane Spiel von Flügel und Keyboard oder doch die Stimme ist, was Tori Amos‚ Einzigartigkeit ausmacht, zumal ihr musikalischer Stil an sich alles andere als gewöhnlich ist. Was ich bei allem Musikgenuss jedoch nicht beim gestrigen Konzert in der Essener Philharmonie gebraucht hätte, war das Kitschlicht.
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Dschungelfieber

Wolfsgeheul und Tigergebrüll, Panthergeschnurr, Affengekreisch und, genau: Bärengesang – na, klingelt’s? Genau: All das gehört zu Rudyard Kiplings Dschungelbuch, jedenfalls spätestens dann, wenn’s auf die Bühne kommt. Um so schöner, wenn es so poetisch verdichtet und klug auf den Punkt gebracht das Scheinwerferlicht der Theaterwelt erblickt wie am gestrigen Sonntag im Staatstheater Osnabrück. Und was ein Glück, dass ich trotz Bahngedöhns diese Inszenierung von Katja Lillih Leinenweber nicht verpasste!
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Revolution 3.0 oder Occupy Bredeney

Revolutionär – was ist das schon? Die ganze alte linke Garde von Marx über Mao bis Che und so weiter? Der Wutbürger von S 21? Und was war die RAF, welcher Generation auch immer? Elfriede Jelinek hat sich mit Ulrike Maria Stuart dem tödlichen Zickenkrieg – pardon: Königinnendrama – an der weiblichen Doppelspitze, also dem privat-politischen Machtkampf von Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof verschrieben. Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer begab sich mit seinem Team in die "Textwüste" der Literaturnobelpreisträgerin – und herauskam eine so bilderstarke wie wortgewaltige Premiere im Essen Grillo-Theater, eben ungemein sehenswertes Theater.
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Transluzent & Punktgenau

Was ist deutsch? Und was nicht? Keine Fragen, die mich an sich bewegen. Da geht’s mir ähnlich wie Steff (Jannik Nowak) in Marianna Salzmanns Stück "Satt", das gestern in der Essener Casa seine zweite Premiere erlebte. 
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Spielraum für Einzeltäter

Raumbühne mit Rundumprojektion. Viereckig, quadratisch – logisch-mathematisch, wie man’s gern dem Latein unterstellt? Spielraum ist es allemal, was Andreas Jander, Jana Findeklee und Joki Tewes für die Spielzeiteröffnung im Essener Grillo-Theater mit der in den Saal gerückten Bühne erschaffen. Schade nur, dass was von zwei Seiten vom Publikum zu betrachten ist, so einseitig in seiner Interpretation bleibt: Wieviel auch geschrieen, getobt, gerannt und gebloggt wird, am Ende ist und bleibt Thomas Krupas Coriolanus (Tom Gerber) ein Kriegsheld, ein dünkelhafter Haudegen, dessen Stolz man auch Sturheit und Vorurteil nennen könnte – und die andern, die Masse, ob nun Plebejer oder Patrizier, Volsker oder Coriolanus‘ Familie bleiben die Dummen.
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