Sie war schon immer da, so kommt es mir vor. Eine Welt ohne ihre Stimme, ohne ihre Musik, auch ohne ihre androgyne Schönheit und ihre ganz eigene poetische Sprache kenne ich praktisch nicht. Und nachdem ich es in diesem Leben schon nicht geschafft habe, Susan Sontag oder David Bowie live zu begegnen, blieb ja gar nichts anderes übrig, als die einmalige Gelegenheit ihres Auftritts in der Essener Lichtburg am 10. August mit beiden Händen zu ergreifen. Wovon ich rede? Selbstverständlich von Patti Smith und ihrem „Evening of Words and Music“. 🙂 Weiterlesen
Wortmusik
Ideenhebammenglücksgefühle
Manchmal geht es ganz rasch, meist jedoch dauert es länger als erhofft, bis ein Buch das Licht der (Verlags)Welt erblickt. Und manches Mal ist man obendrein ungeduldig, so dass man gar befürchtet, irgendwas könne jetzt, auf den allerletzten Metern, noch schief gehen. Doch in dem Augenblick, wo man das Buch dann frisch gedruckt tatsächlich in Händen hält, ist all das vergessen. Nicht nur als Autorin, auch als Ideenhebamme (aka Lektorin oder Coach) geht mir das so – und vorgestern war wieder so ein Glücksmoment: als ich Britt Reißmanns Scherbenkind im Briefkasten fand. 🙂
Too much happiness
Nach und nach mache ich mir selbst die Freude, mich quer durch Alice Munros erfreulich umfangreiches Werk längerer und kürzerer Erzählungen zu lesen. Vor wenigen Tagen beendete ich auf dieser „Lesereise“ den Band Too Much Happiness aus dem Jahr 2009.
Auktorialer Leser?
Zu den schönsten Seiten des Sommers gehört es für mich, Zeit zum Lesen zu haben. Selbst für die dickeren Schwarten, die mir im Alltag, wo ich ja nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs lese, schlicht zu schwer sind. Till Raethers Treibland hat deshalb über ein Jahr bei mir im Wartestand verbracht. Gestern Nacht beendete ich die spannende, aber am Ende dann doch nicht wirklich fesselnde Lektüre ein wenig ratlos — und das obwohl oder gerade weil der Autor mich als Leserin in in eine geradezu auktoriale Position versetzt. Weiterlesen
Randnotiz
Manche sagen, das Leben gliche einer Reise. Wenn dem so ist, was bedeutet es dann, dass mein Leben dem Schreiben über die Odyssee, die ich als Ballett in der Choreographie von Patrick Delcroix Ende Juni sah, bis jetzt im Weg stand? Nun scheint diese Uraufführung in der nächsten Spielzeit nicht mehr wiederaufgenommen zu werden, was offenbar auch heißt, es finden sich keine Pressefotos dazu mehr auf dem TUP-Server. Schade, sehr schade, denn dank hervorragender, artistisch-athletischer Tänzer war das ein ausgesprochen sehenswerter Abend – Weiterlesen
Andere Umstände
Sex & Subterfuge – zu deutsch in etwa: „Geschlecht und List“ – betitelte 1982 Eva Figes ihre Untersuchung zu englischen Schriftstellerinnen vor 1850. Ich habe endlich die Zeit gefunden, den schmalen Band über die anderen Umständen, unter denen Schrifstellerinnen einst das Schreiben begannen, zu lesen. Eine lohnenswerte Mühe, wie ich finde. Weiterlesen
Der Königinnen neue Kleider
Zwei Königinnen sind eine zuviel, das wäre die knappste Formel, auf die man den Konflikt zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart bringen könnte. Dabei geht es um Fragen von Macht und Moral, Legitimität und Religion und nicht zuletzt auch darum, wie mächtige Frauen von Männern – wie etwa Friedrich Schiller – gesehen werden. Gerade zu diesem Aspekt hatte ich mir den einen oder anderen neuen Gedanken von Anna Bergmanns Inszenierung von Maria Stuart erhofft, die gestern am Essener Grillo-Theater Premiere feierte.

v.l.: Thomas Meczele, Axel Holst, Stephanie Schönfeld (Elisabeth), Jens Winterstein in Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“; Regie: Anna Bergmann, Foto: Birgit Hupfeld
Aus fremder Feder
… gibt es eine sehr hübsche Ankündigung unserer Lesung am Donnerstag in der WAZ, die man hier nachlesen kann.

.. und … sehen wir uns in Heiligenhaus?