Zeit mag messbar sein, wenn es um die erlebbare/erlebte Form davon geht, zerrinnt sie oftmals wie Sand oder auch Wasser zwischen den Fingern. Manchmal bleibt jedoch das eine oder andere Fragment hängen — wie der folgende Text zeigt, allein schon, weil er mich schon viele, viele Jahre begleitet (und entsprechend oft in winzigen Details bearbeitet wurde): Weiterlesen
Zeitfragmente
Lebenszeichen
Zur Zeit versuche ich, mich mit flacher Atmung und kühlen Gedanken über Wasser zu halten – denn leider haben wir es verabsäumt, diese Hitzewelle vorherzusehen, als wir im Februar unseren Urlaub planten und so sitzen wir nun hier mitten in der Stadt unterm Dach und schwitzen, schwitzen, schwitzen …
Nixen und Wassertherapie
Gestern lief im Essener Aalto-Theater zum letzten Mal in dieser Spielzeit Anton Dvoraks Oper Rusalka in der so fantastischen wie feministischen Inszenierung der niederländischen Regisseurin Lotte de Beer – und ich kann nur sagen, einen solchen Opernabend habe ich noch nie erlebt.
Vorsicht, Absturzgefahr!
Manchmal ist die Haut, der Schleier oder wie immer man das nennen will, was Alltagswirklichkeit und inneren Abgrund trennt, hauchdünn. Dann braucht es nur einen einzigen falschen Schritt, und nichts stimmt mehr: 
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Im Zwiespalt
Shakespeares Sturm hat mit dem Zauberer Prospero, der über Dreiviertel des Stücks von einer Art pädagogischem Rachewunsch für seine Vertreibung von Mailands Thron getrieben ist, eine eigenartige, zwitterhafte Hauptfigur. Und so wie er zwischen „Weisheit“ und „Macht“ steht, bedient er sich einerseits des ‚guten Geistes Ariel‘ und andererseits des ‚bösen Monsters Caliban‘. Dazu dann die überaus naive Tochter Miranda, die sich prompt in Ferdinand, den ersten Jüngling, den sie je erblickt, verliebt, und die bis auf eine Ausnahme korrupte/machtgierige Hofgesellschaft, die sich Prospero mit dem Sturm auf die Insel holt – das sind wilde Zutaten, die ein wenig an den Sommernachtstraum erinnern und von der Regie vor allem eines erfordern: Entschiedenheit. Leider fehlte diese wie auch so manches andere Thomas Krupas Inszenierung, die jetzt im Grillo-Theater in Essen Premiere hatte. Weiterlesen
Lohnenswerte Anstrengung
So sehr ich Elfriede Jelinek samt Wut, Beobachtungsgabe und Sprachgewalt schätze, so sehr bevorzuge ich es doch, ihre Texte auf der Bühne „serviert“ zu bekommen statt sie selbst zu lesen. Denn, bei aller Liebe, allein mit ihr auf Papier, da drohe ich mich in den Wortfluten und Satzschwärmen zu verlieren. Aber selbst, wenn sich ein Regisseur – oder ein Regieteam wie Bernd Freytag und Mark Polscher – die Mühe macht, die Textflächen auf Figuren zu verteilen, einfach wird die Sache deshalb auch nicht unbedingt. Gestern sah ich endlich ihre Inszenierung von Wolken.Heim in der Essener Casa und mein Fazit lautet: anstrengend, aber lohnenswert.
Des Überlebens absurde Seite
– ist, zumindest in meinen Augen, eines der Themen, um die es in Joe R. Lansdales Edge of Dark Water geht. Angesiedelt in der Ära der Depression begleitet der Leser jugendliche Ich-Erzählerin Sue Ellen auf einer Flussreise der etwas anderen Art und lernt eine Menge über Freundschaft und Habgier, Unmenschlichkeit und Wandlungsfähigkeit des Homo Sapiens. Weiterlesen


