Zeitfragmente

Zeit mag messbar sein, wenn es um die erlebbare/erlebte Form davon geht, zerrinnt sie oftmals wie Sand oder auch Wasser zwischen den Fingern. Manchmal bleibt jedoch das eine oder andere Fragment hängen — wie der folgende Text zeigt, allein schon, weil er mich schon viele, viele Jahre begleitet (und entsprechend oft in winzigen Details bearbeitet wurde): Weiterlesen →

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Lebenszeichen

Zur Zeit versuche ich, mich mit flacher Atmung und kühlen Gedanken über Wasser zu halten – denn leider haben wir es verabsäumt, diese Hitzewelle vorherzusehen, als wir im Februar unseren Urlaub planten und so sitzen wir nun hier mitten in der Stadt unterm Dach und schwitzen, schwitzen, schwitzen …

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Nixen und Wassertherapie

Gestern lief im Essener Aalto-Theater zum letzten Mal in dieser Spielzeit Anton Dvoraks Oper Rusalka in der so fantastischen wie feministischen Inszenierung der niederländischen Regisseurin Lotte de Beer – und ich kann nur sagen, einen solchen Opernabend habe ich noch nie erlebt.

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Wassertherapie statt romantische Nixenidylle: Rusalka (Sandra Janušaitė) in der Wanne umgeben von ihren drei Elfenschwestern (Christina Clark, IIeva Prudnikovaite, Marie-Helen Joël). Foto: Bettina Stöß

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Vorsicht, Absturzgefahr!

Manchmal ist die Haut, der Schleier oder wie immer man das nennen will, was Alltagswirklichkeit und inneren Abgrund trennt, hauchdünn. Dann braucht es nur einen einzigen falschen Schritt, und nichts stimmt mehr: lockedob1 Weiterlesen →

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Ab ins Beet

Ja, ich weiß, der Winter war zu mild, das Frühjahr vielerorts zu trocken und zu kühl, und wenn das hier der Sommer sein soll … allein, wer einen Garten oder Balkon hat, dem nützt das Lamentieren nichts, der muss raus und ran an Beete und Pötte. Und gerade, wenn das Wetter nicht ideal ist, sind womöglich Ratschläge besonders willkommen: cover-gartentipps hat Gesine Schulz unter KriminalschriftstellerkollegInnen einge- und in diesem E-Book versammelt. Auch von mir ist der eine oder andere dabei. 😉 Weiterlesen →

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Im Zwiespalt

Shakespeares Sturm hat mit dem Zauberer Prospero, der über Dreiviertel des Stücks von einer Art pädagogischem Rachewunsch für seine Vertreibung von Mailands Thron getrieben ist, eine eigenartige, zwitterhafte Hauptfigur. Und so wie er zwischen „Weisheit“ und „Macht“ steht, bedient er sich einerseits des ‚guten Geistes Ariel‘ und andererseits des ‚bösen Monsters Caliban‘. Dazu dann die überaus naive Tochter Miranda, die sich prompt in Ferdinand, den ersten Jüngling, den sie je erblickt, verliebt, und die bis auf eine Ausnahme korrupte/machtgierige Hofgesellschaft, die sich Prospero mit dem Sturm auf die Insel holt – das sind wilde Zutaten, die ein wenig an den Sommernachtstraum erinnern und von der Regie vor allem eines erfordern: Entschiedenheit. Leider fehlte diese wie auch so manches andere Thomas Krupas Inszenierung, die jetzt im Grillo-Theater in Essen Premiere hatte. Weiterlesen →

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Wahrteraum

Es ist ein bisschen peinlich, aber wahr, obwohl es wie kalkulierte Ironie des Schicksals anmuten mag: Es sind bereits 14 Tage seit der Premiere von Jelena Ivanovics Stück Wahrteraum in der Maschinenhalle auf dem Gelände der Zeche Carl vergangen. Das einzige, was mich etwas über meine Trödelei hinwegtröstet – die nächste Vorstellung gibt es erst am 20. Juni im Rahmen von ExtraSchicht. Und wenn Sie sich auch nur im Entfertesten für zeitgenössisches Tanztheater und (mehr oder minder) moderne Mythen interessieren, sollten Sie sich rasch eine Karte besorgen. Weiterlesen →

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Lohnenswerte Anstrengung

So sehr ich Elfriede Jelinek samt Wut, Beobachtungsgabe und Sprachgewalt schätze, so sehr bevorzuge ich es doch, ihre Texte auf der Bühne „serviert“ zu bekommen statt sie selbst zu lesen. Denn, bei aller Liebe, allein mit ihr auf Papier, da drohe ich mich in den Wortfluten und Satzschwärmen zu verlieren. Aber selbst, wenn sich ein Regisseur – oder ein Regieteam wie Bernd Freytag und Mark Polscher – die Mühe macht, die Textflächen auf Figuren zu verteilen, einfach wird die Sache deshalb auch nicht unbedingt. Gestern sah ich endlich ihre Inszenierung von Wolken.Heim in der Essener Casa und mein Fazit lautet: anstrengend, aber lohnenswert.

Silvia Weiskopf, Jan Pröhl und Sven Seeburg sowie Mitglieder des Chores in der Inszenierung

Silvia Weiskopf, Jan Pröhl und Sven Seeburg sowie Mitglieder des Chores in der Inszenierung „Wolken.Heim.“ von Elfriede Jelinek; Regie: Bernd Freytag und Mark Polscher (Foto: C. Kaufhold)

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Des Überlebens absurde Seite

– ist, zumindest in meinen Augen, eines der Themen, um die es in Joe R. Lansdales Edge of Dark Water geht. Angesiedelt in der Ära der Depression begleitet der Leser jugendliche Ich-Erzählerin Sue Ellen auf einer Flussreise der etwas anderen Art und lernt eine Menge über Freundschaft und Habgier, Unmenschlichkeit und Wandlungsfähigkeit des Homo Sapiens. Weiterlesen →

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Vom Tanz der Dinge

Gleich vorweg: Wer Schubladen für den Kunstgenuss braucht, sich immer ganz sicher sein will, ob etwas als Performance oder Tanz, als Sprechtheater oder Poesie einzuordnen ist, der wird nicht glücklich mit Jelena Ivanovics Nicht Brennen. Wer aber Experminente liebt, in der Kunst die Erfahrung mit Neuem, Ungewohnten sucht, der ist hier goldrichtig. Vorausgesetzt, er hat das Glück, dieses Ein-Frau-Stück mit einer wirklich grandiosen Silvia Weiskopf nochmals zu erleben … Weiterlesen →

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