Weltenbummler

Zum schreiben begeben wir uns im Kopf eine andere Welt. So hat es eine Freundin und Kollegin beschrieben. Und wir wählen respektive erschaffen diese Welt nicht zuletzt nach unseren Bedürfnissen und Wünschen, aber auch nach Ängsten und Befürchtungen – und nach dem, was (zu) uns passt.
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Hinkend

Spanische Inquisition und modernen Überwachungsstaat in eins zu setzen, das kann man machen. Und wenn man das macht, mag die leere Bühne zu recht von der über ihr hängenden, riesigen, senkrechten Fläche, die mal Spiegel, mal durchsichtiger Schleier, meist aber Videoleinwand ist, beherrscht werden. Genauso, wie sowohl Alba (Siegfried Gressl) als auch (gegen Ende) König Philipp (Andreas Grothgar) und sein Großinquisitor (Werner Strenger) hinken dürfen. Aber – muss das wirklich sein? Und was bringt es?
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Wie eine Schneeflocke

So zart wie eine Schneeflocke, so zerbrechlich wie ein Eiskristall, so kleinteilig auch kommt Verena Liebers Roman Das Schattenmädchen über weite Strecken daher. Doch auch wirklich gekonnter Umgang mit Sprache ist nicht alles, was es für einen guten Roman braucht. Schon gar nicht, wenn’s um ein so heikles Thema wie Multiple Persönlichkeiten geht.
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Grauschleier

Es gibt Tage, da wünsch ich mir, ich hätt einen ganz normalen Job und ein ganz normales Leben dazu. Eins, wo man jeden Arbeitstag zur selben Zeit aufsteht, wo man weiß, wann Feierabend ist und was am Monatsende auf dem Konto ist. Tage, an denen sich ein Grauschleier aufs Dasein senkt, sind das …
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Sonntagsblues

Die erhoffte (Wieder)"Erleuchtung" für mein nächstes Exposé (für ein Theaterstück) stellte sich beim Spaziergang durch den herbstlichen Wald heute nicht ein. Also verbrachte ich den Rest des Sonntages mal auf dem Sofa, mal in der Wanne, aber allemal lesend mit Kate Atkinsons Liebesdienste … 
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MO

MO – so nannte Friedrich Glauser das Morphium, das ihn ein Leben lang nicht losließ, wie auch seine literarische Sucht-Beichte. MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser, so heißt das bei Frank Göhre. Was wiederum ein Buch geworden ist, dass mich zumindest nicht so schnell losließ …
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Argh! Grmpf!

Ich hasse Exposés. Nein, halt,das stimmt so nicht. Filmexposés kann ich im Schlaf schreiben, wenn’s denn sein muss, und im Wachzustand sind dann auch Entwürfe für die Bühne kein existenzielles Problem. Aber Romanexposés sind ein Graus. Ganz besonders solche, die man von mir haben will, bevor’s den Roman gibt ..
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Reise mit Hindernissen

Die Anreise war suboptimal: Die Automaten im Essener Bahnhof mochten meine Bahncard nicht. Dann kam nur der halbe Zug und war mithin doppelt so voll. Auf dem Rückweg war der Zug komplett, bloß leider 45 Minuten zu spät. Aber alles dazwischen, vor allem die Lesung zum 30. Geburtstag des Notrufs für vergewaltigte Frauen in Köln, war die Reise mehr als wert.
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Kuscheln und Streiten

Das sind, neben dem Genuss von Kablejaukonfekt, wohl die Lieblingsbeschäftigung des Pinguin-Trios in Ulrich Hubs Theaterstück "An der Arche um Acht", das Katja Lillih Leinenweber auf die Bühne der Casa brachte. Mittenrein platzt diese hektische Taube mit der Nachricht, dass Gott die Sintflut und ihnen zwei Arche-Tickets schickt …
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Das Tier, das Verse macht

So könnte man Shakespeares Menschenbild auf den Punkt bringen. So ließe sich auch David Böschs Premiere von "Was Ihr Wollt" im Grillo-Theater auf den Punkt bringen. Leider hat er damit streckenweise Probleme – all die Bilder, Lieder, die Einfälle, Zoten, Pointen, die Mätzchen und so weiter – auf einen Punkt zu bringen. Was niemand davon abhalten sollte, sich diesen Abend anzuschauen.
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