Verliebt in eine Ziege

Ein Mann, der alles hat, verliebt sich in eine Ziege, und verliert darauf hin alles. So kurz und knapp könnte man Edward Albees Die Ziege oder Wer ist Silvia? zusammenfassen. Doch das wäre zu einfach, zumal der Autor sich nicht zwischen Komödie oder Tragödie entscheiden mag. Regisseur Henner Kallmeyer entschied sich in Essen für ein beherztes Sowohlalsauch, und bekam für mein Empfinden bei der gestrigen Premiere im Grillo-Theater dafür nicht den verdienten Applaus.
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Ballett für Fortgeschrittene

Ich geb’s ja zu: Klassisches Ballett, mit rosa Tutu, weißem Gepuschel im Haar, elegischen Schwänen und anderem, melodramatischem Getue liegt mir ganz und gar nicht. Als ich noch tanzte, war das Klassische schlicht die Pflicht, die Trainingsbasis, wenn man so will. Jetzt, wo ich nurmehr zuschaue, brauche ich das wahrlich nicht mehr. Gerade deshalb war’s hochinteressant, gestern im Ringlokschuppen in Mülheim Doris Uhlichs Spitze anzuschauen.
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Eins, zwei, drei

Eine wunderbare Erstbegegnung und zwei Mal die Feststellung, dass auch bei Romanen durchaus alle guten Dinge drei sein können, so abstrakt ließe sich meine (Reise)Lektüre zusammenfassen. Konkret geht’s um das Debüt von Amy MacKinnon, Britt Reissmanns dritten (Solo)Roman und mein drittes Buch von Deborah Crombie, die in diesem Zusammenhang dann die Vielschreiberin schlechthin war. Schlecht war sicher nichts davon …
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Auf den zweiten Blick

Bücher können ungefähr so überraschend wie Menschen sein. Der hochgelobte Wilhelm Genazino ging mir schlicht auf den Keks, während mein zweiter Versuch mit David Nicholls unerwartet unterhaltsam war. Deborah Crombie ein weiteres Mal zu lesen, hatte dagegen etwas davon, eine Bekanntschaft zur möglichen Freundschaft zu vertiefen. Und wer hätte damit gerechnet, dass meine Krimiautorenkollegin Britt Reißmann auch eine Kinderbuchautorin ist?
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Idylle vor Ort

Letzten Montag in Leer: Mitten in der Pause der Lesung aus Rattes Gift bei den OstFriesischen Krimitagen tritt eine ältere Dame an mich heran und befragt mich ernsthaft zu meiner Beziehung zu Friesland und vor allem zum Städtchen Leer. Ob ich sicher sei, dass es "so etwas" hier wirklich geben würde – ich vermute, sie meinte Dealer und Drogenhandel, Schmuggel und Korruption, und nicht die Punker mit ihren Hunden, aber womöglich jedwede Friesen mit Sucht- bzw. BTMG-Problemen. Was soll man dazu sagen?
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Verhext

Gemein: Da versucht die kleine Hexe alles, um eine gute Hexe zu werden, und so den Faux Pas auszugleichen, ungebeten und mit 127 viel zu jung heimlich an der Walpurgisnacht teilgenommen zu haben, und dann heißt es, alles falsch. Bloß nix wörtlich nehmen, gut heißt bei Hexen schlecht … oder hieß, denn am Ende ent-zaubert und verhext die gute Kleine all die bösen Großen.
Noch gemeiner: Henner Kallmeyer inszenierte all das, doch weil’s ein Kinderstück ist, sucht man in den Weiten des WWW eine Kritik vergebens.
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Aufgelesenes

"Lesereise" ist für mich ein doppeldeutiges Wort. Wenn ich reise, lese ich – erst recht, wenn ich auf Lesereise gehe, denn dann verbringe ich oftmals Stunden allein im Zug und ggf. schlaflos ebensolche im Hotel. Und die ZEIT ist zwar ein Schwergewicht (aber dennoch ein guter Reisebegleiter, denn von Seite zu Seite reist es sich leichter), doch allein mit ihr komm ich nicht aus. In den letzten 21 Tagen sammelten sich so fünfeinhalb Bücher an, und zwar von Marc van Allen, Deborah Crombie, Robert Hültner, Mikael Niemi, Marina Picasso und Juli Zeh. Tja und das sind die Gedanken, die von dieser Lektüre übrig blieben …
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Wuschig

Zurück von Lesung No. 3 stell ich als erstes fest: Ich bin wuschig und Lampenfiebernebenwirkungen sind ein Grund, erstmal kein Blut spenden zu dürfen. Ein bisschen absurd ist das schon, denn wäre ich wegen der Reiserei und eben dem Lampenfieber nicht wuschig gewesen, wäre ich heute kaum vor der Blutspendestation gelandet … weniger zufällig erscheint es mir, dass ich mich in den letzten Tagen immer mal wieder mit Drogenpolitik (oder was man so nennt) und verwandten Themen beschäftigt hab. Kennen Sie JES?
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Schauspiel mit Schnitzel

Ein Schnitzel, genauer: ein Schnitzel Wiener Art, ist ein Standard der österreichischen Küche, der in keinem Wirtshaus gleich welcher Güte fehlen darf. Ein Schnitzel, das kann eine panierte Schuhsohle, ein gigantomaner Fleischlappen oder auch eine Delikatesse sein. Ähnliches gilt für die Schauspielkunst. Die kann auch so ziemlich alles sein. Was gestern abend die Premiere von Indien (Dorfer/Hader) zu einer Gourmetveranstaltung der Extraklasse macht.
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Oh.

Zeitgleich zu meinem gestrigen (Nichtmehr)Warten im Blogg kam mit Silkes Kommentar die ersehnte erste Rückmeldung zu Rattes Gift (danke dafür!). Jetzt, am Abende eines Tages, der montagstypisch ganz anders als geplant verlief, finde ich eine wunderbare Mail zu Der Tod ist ein langer. trüber Fluss vor, die mich beinahe sprachlos macht vor Freude. Wie gut, dass ich mir bereits zuvor vorgenommen hatte, etwas zu Alan Bennetts Die souveräne Leserin zu schreiben. 😉
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