Eigentlich bin ich nicht zwingend Fan historischer Romane, doch Sarah Raichs „Hell und Laut“ packte mich gleich mit seinen ersten Sätzen:
„Was sagt das Wasser?“ Sie überlegte einen Moment und durchstieß mit ihrem Finger die glitzernde Oberfläche des Baches. Sie betrachtete ihn, ein kleines Würmchen, unter der zittrigen Haut des Wassers in Splitter zerfallend, die sich im letzten Moment doch aneinander festhielten. […] Das Wasser umschloss ihre Finger, damit änderte sich das Geräusch, wenn, ja … was machte es, das Wasser? War salzen, ein Springen, das eigentlich zum Tanzen gehörte, das richtige Wort? Oder war es eher ein skikken, ein dahinschießendes Springen, in dem auch das Blitzende. Glitzrige zum Ausdruck kam? Oder sollte sie lieber hopfezzen benutzen, was Irmentraud sagte, wenn sie hüpfte und sprang, weil der Vater heimkam?
Sarah Raich, „Hell und laut“, S. Marix Verlag, 2023, S. 5
Einem Kind zuzuhören, wie es, noch gänzlich ohne das zu ahnen, Dichterin und Forscherin wird, wie es so genau auf die Natur wie die Sprache achtet, das ließ mich sofort aufmerken und ich wusste, diesen Roman wollte ich unbedingt lesen.
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