Es ist inzwischen so etwas wie eine kleine, liebgewordene Tradition: Am Jahresende gehe ich in die letzte Vorstellung der Reihe „Jazz in Essen“. So lernte ich u.a. Erika Stucky kennen, bekam Gänsehaut und Tanzlust bei Jasmin Tabatei und hatte auch schon mal Dinner for Fins. Gestern stand Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“ auf dem Programm und ich war sehr gespannt, was drei Jazzmusiker wohl zu der Erzählung aus dem Jahr 1843 einfallen würde. Weiterlesen
Lauter langsame Lieder
Wie im Flug
Kopfüber habe ich mich im Oktober in eine neue Großbaustelle gestürzt – die Übersetzung eines über 400 Seiten starken historischen Romans -, und darüber (und über dem Alltag, meinen anderen Baustellen und dem Leben an sich) ist dann mal wieder die Zeit wortlos im Blog verloren gegangen.
Krimitag 2018
Adventszeit, besinnliche Zeit? Oder doch mörderischer Geschenkekauf- und Weihnachtsfeierstress? Wer dem ein paar Stunden entkommen und zudem Gutes tun möchte, dem sei die Lesung zum Krimitag 2018 in der Stadtbibliothek Essen empfohlen:

Ein großer Aufbruch
Einen würdigen Tod und dabei möglichst wenig leiden, wer wünscht sich das nicht? Und vor dem Ende das Leben noch einmal mit denen zu feiern, die einem wichtig waren, wer würde da nein sagen? Wenn man denn vorher gefragt würde und nicht von seinem Vater/besten Freund/Ex-Mann/heimlichen Liebhaber vor (fast) vollendete Tatsachen gestellt wird. Doch genau das macht Holm (Jens Winterstein) mit seinen Lieben, und damit nimmt ein unvergesslicher Abend erdacht von Magnus Vattrodt und aktuell in Essen inszeniert von Gustav Rueb seinen tragisch-komischen Verlauf.

Kerzenzauber
— so lautet der Titel meines Beitrags in „Zechen, Zoff und Zuckerwerk„. Meine neueste kriminellen Weihnachtsgeschichte spielt in der Essener Gruga, also praktisch „bei mir umme Ecke“. Wenn Sie wissen wollen, wie es da aussieht und wie gefährlich Weihnachtsausstellungen mit Bürgerbeteiligung sein können, selbst wenn es eigentlich nur um einen guten Zweck geht, ist die Leseprobe daraus genau das Richtige für Sie: Weiterlesen
Winterkalte Kurzverbrechen
Jaaaaa, ich weiß auch, dass Zechen, Zoff und Zuckerwerk genau genommen bereits seit Oktober auf dem Markt ist. Immerhin war die Buchparty vor knapp einem Monat. Aber, ganz ehrlich, so sehr ich mich jedes Mal freue, Belegexemplare von Büchern mit meiner Beteiligung erstmals in Händen zu halten – eine Anthologie mit Weihnachtskrimis bei 20 Grad Celsius geliefert zu bekommen, hat was von klebrigen Lebkuchenresten an den Badelatschen. Aber jetzt, jetzt ist es endlich kalt genug, dass ich jeden und jede einladen möchte, sich selbst ein Bild zu machen von unserm neuen Ruhrpott-Gemeinschaftswerk, herausgegeben von Almuth Heuner: 
Oh wie Oz
Oh wie schön ist Oz, so bunt und strahlend, voller Musik, Farbe und Poesie. Schwer zu sagen, was das bezauberndste an Anne Spaeters Inszenierung des Kinderbuchklassikers „Der Zauberer von Oz“ ist – die Bühne (Fabian Lüdicke) mit den traumschön gemalten Regenbögen, die mit jedem Lichtwechsel neu erstrahlen? Die fantasievollen Kostüme von Anne Koltermann (selten sah ich einen so salonfähigen Löwen mit Rocktolle!)? Das kleine Ensemble, das mit Spielfreude Umzüge und Verwandlungen zu Bühnenzauber werden lässt? Jedenfalls schwer vorstellbar, dass es einen schöneren Ort als geben kann – und doch will Dorothy (Julia Friede), vom Sturm nach Oz getragen, unbedingt nach Hause ins graue Kansas.
WeiterlesenLichtblick
Fühlt sich an, als sei ich abgetaucht – kein Sterbenswörtchen mehr im Blog seit Wochen, und auch mein eigenes Schreiben liegt brach. Weil ich zur Zeit eigentlich dauernd übersetze, außer ich unterrichte an der Uni oder coache Autorenkollegen. Und zwischendrin habe ich Migräne oder huste und übe mich obendrein weiterhin Zuversicht.
Biografie: Ein Spiel
Was würden Sie in Ihrem Leben ändern, wenn Sie zu jedem beliebigen Punkt Ihrer Biografie zurückkehren und sich anders verhalten könnten? Hannes Kürmann, die Hauptfigur in Max Frischs Stück „Biografie: Ein Spiel“ bekommt jedenfalls die Chance, genau das zu tun – mit tragischen wie komischen Aus- und Nebenwirkungen, die Thomas Ladwig präzise und pointiert in seiner Inszenierung herausgearbeitet hat, die gestern am Essener Grillo-Theater Premiere feierte.

Bienenfleißig
Dass der Sommer sich verabschiedet, gehört zum Lauf der Dinge dazu. Dass jedoch die Bienen und mit ihnen die anderen blütenbestäubenden Insekten aussterben, ist alles andere als natürlich. Und selbst, wenn die Ursachen dafür in der Realität noch nicht 100%ig geklärt sind (mal ganz abgesehen davon, dass Insektengifte auf Insekten nicht gerade positiv wirken …), die Norwegerin Maja Lunde hat mit ihrem „The History of Bees“ daraus Unterhaltungsliteratur mit Aufklärungsanspruch gemacht. Weiterlesen