Vielfältige Arbeitsfragen

Man sollte meinen, nach all den Jahren sollte mir, sollte uns nichts fremd sein, wenn es um Multiple Persönlichkeiten geht. Erst recht in Alltagsfragen müssten wir erfahren sein. Sollte man meinen. Aber eins bleibt unverständlich: Woher kommt es, dass viel zu viele Multiple nicht nur krankgeschrieben sind bzw. eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen, sondern obendrein für sich auch keine Perspektive sehen, je wieder auf eigenen Füßen zu stehen und zu arbeiten?
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Abgesagt

Ist es schlau, eine "musikalische Leerstellenkompensation" (so der Untertitel), also den Ersatz für eine entfallene Produktion mit Namen "Winterreise" ausgerechnet Abgesagt zu nennen? Nach den Publikumsreaktionen bzw. dem spärlichen solchen bezweifel ich das. Dabei, so überzeugte ich mich gestern abend, kann man Lisa Jopt, Laura Kiehne, Tom Gerber und Jannik Novack sowie ihren musikalischen Begleitern wirklich gut zuhören. Schade bloß, dass es so wenige tun.
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Gerenne und Geschrei

Was passiert mit einer Stadt, wenn ihr einziger, großer Arbeitgeber wegfällt? Was passiert mit den Menschen einer solchen Stadt, wenn anschließend eben nichts mehr passiert? Diese und andere Fragen stellte sich der polnische Dramatiker Michal Walczak. Gestern brachte Tilman Gersch dessen Stück Das Bergwerk als deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Essener Grillotheaters.
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Wahn und Langeweile

Bevor ich’s ganz vergesse oder verdränge: Ich hab’s gewagt, das Experiment einer Erstbegegnung mit Wagner. Walküre in der hochgelobten Hilstorf-Inszenierung in Essen im Aalto schien naheliegend. Ob ich allerdings auch ohne die Theaternebelallergie meiner an sich wagnerbegeisterten Begleitung nicht schon nach dem ersten Akt gegangen wäre, sei dahingestellt. Obwohl das Bühnenbild grandios war und ich immer wieder gerne den Musikern des Aalto-Theaters lausche. Erstaunliche Erkenntnis des einaktigen Versuchs: Wagner langweilt mich. Und ich hatte gedacht, er würde mit Pathos und überkitschiger Dynamik meinen Widerwillen erregen …
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Erster, letzter und so manch anderes

Was haben Pearl S. Buck, Jan Weiler, Andrew Vachss, Per Petterson sowie Sabine Walther und Hermann Cölfen gemeinsam? Logisch – ich hab grad Bücher von ihnen beendet. Wobei das nicht so ganz stimmt, denn bei Weilers Drachensaat war und bin ich weit entfernt davon, die letzte Seite lesend zu erreichen.
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Ein Satz

Manchmal ist es ganz einfach ein Satz – ein einziger, gelegentlich sogar ein ganz einfacher Satz. Unscheinbar, versteckt zwischen vielen anderen steht er, gemeinsam formen sie eine Geschichte, groß, klein, komplex, sperrig, leicht oder schwer zu lesen. Man erwartet ihn nicht, es ist ja "nur" ein Buch, "bloß" ein Roman, eine Geschichte eben. Bis man auf den Satz stößt, und plötzlich alles anders ist und alles passt. In Ursula K. Le Guins Earthsea Quartet steht "mein" Satz auf Seite 580:
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Stimmen lesen

Zweiter Anlauf – denn inzwischen ist es nicht nur eine ganze Weile her, dass ich totgepflegt von Minck & Minck sowie Jan Costin Wagners Das Schweigen ausgelesen habe. Es dürfte auch mindestens eine Woche vergangen sein seit dem ersten Versuch, darüber zu schreiben. Wenn man an eigenen Manuskripten sitzt, bleibt leider kaum mehr Zeit für Fremdlektüren — und das Blogg. Jetzt aber ...
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Hiphop Subhoch

Und  wieder erblickte ein Stück ähm Musik- & Tanz-, jedenfalls ganz sicher nicht Sprechtheater das Bühnenlicht im Essener Schauspielhaus. Critical Mess heißt das Hiphop-Uraufführungswerk, das viel zu viel erklärt und viel zu wenig zeigt.
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Gesungenes Elend

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, befand der Philosoph Wittgenstein. Ein viel zu wenig beachteter Satz; die meisten Menschen verfahren lieber nach Karl Valentins  Motto „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem“. Gestern erfuhr ich, wie man dies ins Extrem steigern kann: Man lasse Thomas Krupa einen Liederabend auf der großen Bühne im Essener Grillo-Theater gestalten …
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Wieder lesen

Genreliteratur. Muss man die mögen, um sie zu lesen, oder ist das schlicht noch eine Schublade, die man tunlichst vergessen und bitte sehr erst recht nicht auf Buchdeckeln abdrucken sollte? Inwiefern also ist Bernhard Aichners Die Schöne und der Tod ein ‚klassischer Krimi‘, was macht Eoin Colfers Artemis Fowl zu einer Fantasy-Figur für Jugendliche (oder bleibt es doch bei einem Potter-Epigonen) und was sagt es mir, dass ich Ursula K. Le Guins The Earthsea Quartett erst auf Seite 40 wiederzuerkennen begann?
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