Archiv der Kategorie: Theater
Kurzkritik: Der Reichsbürger
Ein Gesamtkunstwerk, in sich geschlossen wie manch Weltbild, dabei jedoch ungemein anregendes Hirnfutter, virtuos gespielt von Stefan Diekmann – so lautet meine Kürzestkritik zu Thomas Krupas Inszenierung „Der Reichsbürger“ von Annalena und Konstantin Küspert, das gestern in der Box, auf … Weiterlesen
Kurzkritik „Biedermann und die Brandstifter“
„Biedermann und die Brandstifter„, das Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch ist heute, wo rechtes Gedankengut samt Reden und Handeln immer ’normaler‘ zu werden scheint, aktueller und vielleicht auch nötiger denn je. Das scheint man am Essener Grillo-Theater genauso zu … Weiterlesen
Wagner, Winterson, Wochenende
Nach einem Workshoptag an der Uni mit Jeanette Wintersons „Written on the Body“ ins Aalto-Theater zu eilen, um dort den „Ring an einem Abend“ zu sehen und vor allem zu hören, ist das zu viel des Guten, oder, wie meine … Weiterlesen
Lähmende Langeweile
Eigentlich liebe ich Tschechow, und es stört mich gar nicht, dass der Stillstand, Menschen gefangen in Rollen und Erwartungen, bei ihm eine Art Grundthema sind und noch dazu Melancholie alles durchzieht. Und normalerweise kann ich gar nicht begreifen, warum das … Weiterlesen
Vom Wesen der Farce
Vermutlich hatte gestern so manch einer Seitenstechen vom Lachen, jedenfalls hatte das Publikum in der Premiere von Michael Cooneys „Cash – und ewig rauschen die Gelder“ unüberhörbar Spaß. Bis auf die drei oder vier, die zwischendrin den Saal verließen, weil … Weiterlesen
Am Boden
Was wäre, wenn Odysseus jeden Abend vom Krieg nach Hause gekommen wäre?, fragt sich die Pilotin, als sie nach der Babypause nicht mehr mit ihrer F16 ins Blau über dem Irak aufsteigen darf, sondern von nun an aus dem Halbdunkel … Weiterlesen
Otello, tarnfarben
Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, behauptet ein Sprichwort. Ob Regisseur Roland Schwab und seine Kostümbildnerin Gabriele Rupprecht das im Sinn hatten, als sie alle außer Desdemona (Gabrielle Mouhlen) und Emilia (Bettina Ranch) in militärische Tarnfarben steckten? … Weiterlesen
Kopflos
Kopflos. Ein seltsames Wort, wenn man drüber nachdenkt. Denn kopflos, das ist ja aus der Perspektive des Körpers gedacht, dem das Haupt abhanden gekommen ist. Aber wie sollte ein kopfloser Körper denken, welche Perspektive könnte er haben? Umgekehrt dagegen, so … Weiterlesen