Tallinn in fünf Tagen und einem halben (4)

An unserem vierten Tag in Tallinn drehte sich alles ums Meer und die Seefahrt. Doch um raus nach Kalamaja zu kommen, wie der nördliche Stadtteil am Meer heißt, wo sich das estnische Meeresmuseum in einem historischen Wasserflugzeughangar befindet, muss man erstmal in den Bus steigen …

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Tallinn in fünf Tagen und einem halben (3)

Den Dienstag hatten wir auserkoren, um in die Geschichte Tallinns, seiner Stadtmauer und deren Festungen einzutauchen und dabei hoffentlich unseren Wechsel von Stadtspaziergang und Museumsbesuch(en) auf dem Domberg und in der Altstadt mit den trockeneren und nasseren Phasen des Tages zu synchronisieren. Dass wir obendrein eine Reihe zauberhafter Wesen entdecken würden, war das Sahnehäubchen des Tages. Aber der Reihe nach.

Der Freiheitsplatz vom Harjumägi aus betrachtet: Der Blick geht über ein Rasenstück hinunter auf das Unabhängigkeitsdenkmal - eine große, hellgraue Steinsäule, die von einem Kreuz mit gleichlangen Armen gekrönt wird. Dahinter liegt der regennasse Platz im Sonnenlicht. Links weht eine Reihe estnicher Fahnen, direkt gegenüber, am anderen Ende des Platzes, steht die gelbe Johanniskirche mit ihrem schlanken Turm. In der Ferne sind Hochhäuser zu erkennen. Der Himmel darüber ist teils wolkig, teils strahlend blau.
Los ging es am Freiheitsplatz mit Unabhängigkeitsdenkmal und Johanniskirche am Fuße des Harjumägi …
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Tallinn in fünf Tagen und einem halben (2)

Da für den Montag das ‚trockenste‘ Wetter vorhergesagt war, brachen wir nach dem späten Frühstück mit Regenschirmen bewaffnet zur Bushaltestelle auf, um mit dem Bus hinaus nach Kadriorg zu fahren – um dort den großen, gleichnamigen Park und das Schloss Katharinental (so der deutsche Name) samt historischer Kunstsammlung zu besuchen.

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Tallinn in fünf Tagen und einem halben (1)

Wie die Zeit rast. Nicht nur im Urlaub, sondern auch danach – denn seit wir in Tallinn waren, sind bereits drei Wochen vergangen. Also nichts wie ran an die Tasten und das Fotoalbum, um wenigstens einen Teil der vielfältigen Eindrücke, die wir aus Estlands Hauptstadt mitbrachten, hier zu „verewigen“. Los ging’s bei schönstem Sonnenschein:

Über den Flügel "unserer" SAS-Maschine hinweg geht der Blick zum nächsten Gate, an dem eine kleine Eurowingsmaschine wartet. Darüber ist der Himmel einfach nur strahlend blau.
Wenn doch nur alles an Flughäfen und Flugreisen so wunderbar weit und schön wäre wie dieser Blick aus unserem Flieger ….
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Ausgelesen: How to Lose Your Mother

A Daughter’s Memoir lautet Untertitel und Gattungsbezeichnung von Molly Jong-Fasts Buch, in dem sie sich an ihre Mutter Erica Jong, Autorin des Welterfolgs Fear of Flying (Angst vorm Fliegen) erinnert, während diese immer mehr im (Selbst)Vergessen der Demenz verschwindet. Kein Wunder, dass eine liebe Freundin mir das Buch empfahl, wo das zunehmende Vergessen meiner Mutter mich im Schreiben meines memoirartigen Projekts stocken und stolpern lässt …

How to Lose Your Mother steht in lechtend gelb ganz oben auf dem Cover von Molly Jong-Fasts Buch, in dessen Mitte ein schwarz-weiß Foto von ihr als Kleinkind auf dem Schoß ihrer jungen Mutter Erica Jong, die in die Kamera strahlt, als Blickfang ziert. "A Daughter's Memoir" steht in weißen Lettern unter dem Bild. Ganz unten auf dem Cover dann schließlich der Name der Autorin, wieder in gelb, wie ein Gegengewicht zum Titel oben.
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Sommerlektüre: „22 Bahnen“

Die Geschichte zweier Schwestern mit einem ‚Mutter-Monster‘, denen ein Freibad und eine Waldlichtung als Zufluchtsorte dienen, erzählt an der Entwicklung eines Sommers, gelesen in derselben Jahreszeit – macht das aus Caroline Wahls „22 Bahnen“ eine Sommerlektüre? Ich finde schon, jedenfalls solange man damit nicht bloß zuckerwattegleiche Belanglosigkeiten meint, sondern darunter auch die Kunst, Schweres leicht zu erzählen, versteht.

Das Cover von Caroline Wahls "22 Bahnen" ist das Gemälde einer Frau in einem roten Badeanzug, die soeben ins Becken gesprungen ist und von weißsprudelndem Wasser umgeben scheint. Das Buch liegt auf einem blauen Teppich und mutet hell leuchtend an wie der Sommer.
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Ausgelesen: „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“

Letztes Jahr bekam Martina Hefter den Deutschen Buchpreis, ich sah und hörte sie aus ihrem preisgekrönten Roman zur Neueröffnung von Proust im Januar lesen, bevor ich prompt im Frühling das Buch zum Geburtstag geschenkt bekam. Letzte Woche fand ich endlich die Zeit „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ zu lesen und nun folgt also mein Versuch zu beschreiben, wie ging’s mir mit Hefters Buch, das ich kaum aus der Hand legen mochte?

Das Cover von Martina Hefters Romam "Hey Guten Morgen, Wie Geht es Dir?" zeigt zwei klassische Figuren, vermutlich Juno und Jupiter, in barocker Umarmung. Das Buck liegt auf einem dunklen Holzregal, was das Bild auf dem Cover um so stärker leuchten lässt.
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Stürmische Zeiten

Ich weiß, ich weiß, das sagen wir alle gerade, dass die Zeiten stürmisch sind oder ähnliches. Und dass man im Trubel aus Außenweltgetöse und Innenweltanforderungen immer wieder verloren zu gehen droht, erlebe ganz sicher nicht ich allein. Van Gogh schien es vor langer Zeit auf seine Art auch gespürt zu haben, oder ist es nur mein heutiger Blick, der mich das in seine Fischerboote bei St. Marie lesen lässt?

Van Goghs Gemälde "Fischerboote bei St Marie" zeigt im Vordergrund Wellen mit weißschäumender Gicht. Weiter hinten wird das Meer tiefblau und rote Fischerbiite mit weißen Segeln schaukeln auf den Wellen. Die Amosphäre ist erfrischend kühl. Das Gemälde gehört zu einem Monatskalender, dem Juli. Unten rechts am Rand klemmt ein comicartiges weißes Schaf mit schwarzen Füßen und ebensolchem Gesicht, das mit seinen Kulleraugen etwas erstaunt das Meer betrachtet.

Ich bin jedenfalls noch da, beide Ohren am Kopf, und bald schreibe ich hier wieder mehr. Ich versuch’s jedenfalls. Versprochen.

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Grundgefühle literarisch

Nach Spinoza gibt es drei Grundgefühle: Begierde, Trauer und Freude. Zwei davon standen im Zentrum von zwei Büchern, die ich kürzlich auslas, über die ich mich nun freue zu schreiben: Eliza Clarks „She’s Always Hungry“ und Chimamanda Ngozi Adichies „Notes on Grief“.

Zwi Bücher auf violettem Grund: in der rechten Bildhälfte das rosafarbene "She's Always Hungry", das den Rand einer pinkfarbenen Badewanne zeigt. auf deren Rand die Finger einer dunkelgrünen Hand mit gelblichen Fingernägeln ruhen: Badet hier ein Zombie oder ein Alien? Schräg mit der rechten oberen Ecke ragt Chimamanda Ngozi Adichies "Notes on Grief", ein schmaler Band mit einem abstrakten, dominant grauen Muster mit braunorangenen Hervorhebungen, in Clark's Cover hinein
Trauer und Begierde gesehen mit Schriftstelleraugen, so könnte man „Notes on Grief“ und „She’s Always Hungry“ betrachten.
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Konzertnotiz: Wien um 1900

Dass mich bei „Wien um 1900“ in der Essener Philharmonie der Abschluss des multimedialen Festivals „Doppelbildnisse“ erwarten würde, zu der u.a. auch die Ausstellung „Frau in Blau“ gehört, lag auf der Hand. Dass es neben dem Programm der Essener Philharmoniker auch noch einen zweiten Teil mit einer Text-Tanz-Kombination und ein Pausenprogramm mit Operettenmusik und Wiener Speisen geben würde, erfuhr ich erst aus der Zeitung. „Feiern wie im Wien um 1900“, las ich sinngemäß, und war gespannt.

Das Programmheft der TUP Theater und Philharmonie Essen zu "Wien um 1900" zeigt auf dem Cover einen Sonnenuntergang gesehen über die Dächer der Stadt Wien hinweg. Vorn links noch etwas im Schatten ist die Kuppel der Karlskirche zu sehen. Das Programmheft selbst ist weiß und bildet einen starken Kontrast zum dunklen Untergrund, vor dem es an einer Blumenvase mit einer verblühten Rose lehnt. Unter dem Programmheft lugen eine Handvoll abgefallener Blütenblätter hervor - Aufbruch und Verfall als Porgamm, sozusagen,
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