Leben bedeutet Veränderung, was sowohl gut als auch schlecht sein kann und manchmal ziemlich überraschend, wie Gedicht No. 4 von 5 zeigt:
Nicht so schnell
Keinen Strich zog ich
Bilanz schon gar nicht.
Ich stand an der Ampel und plötzlich war sie fort:
Die Angst meine Lebensbegleiterin,
Gefährtin des Schmerzes und oft auch der Wut,
drei wie Lava, die sich über den Rand
der inneren Abgründe stürzten,
mich mitrissen, sich in die Welt ergossen,
wo ich aus Worten Rettungsboote schuf
und aus Bildern die Ruder,
die uns immer wieder ans Ufer trugen
und dabei manchmal zu Kunst gerannen.
So viele Kämpfe, nur um zu überleben,
wieder und wieder,
was doch längst hätte vergangen sein sollen.
Ich stand einfach da an der Ampel, als ich begriff,
das Schlachtfeld ist keines mehr.
Das Kampfgetöse ist verstummt,
selbst wenn tief drinnen letzte Tretminen ruhen mögen,
es ist vorbei.
Das ist das Leben danach.
Einfach so. In der Mitte meines Lebens,
wo sich die Waage der Zeit langsam,
ganz langsam zum Ende neigt,
beginnt alles noch einmal neu.
(Co) 2024 Mischa Bach