Am nächsten Tag, unserem zweiten in Münster, ging’s nach dem Frühstück zum Domplatz, denn den Wochenmarkt dort hatte man uns wärmstens empfohlen. In der Tat, selbst wenn man nur schauen und nicht kaufen möchte (die Pfifferlinge hätten mich durchaus gereizt, aber so groß war der Kühlschrank im Hotel dann auch wieder nicht) ist das den Spaziergang wert. Und wo wir nun schon mal da waren, besuchten wir bei der Gelegenheit auch den St-Paulus-Dom selbst. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass wir genau um 11 Uhr an der astronomischen Uhr im Chorumgang vorbeikamen und so das Tutemännchen (das heißt wirklich so) trompeten und seine Frau elf Mal die Glocke schlagen hören und sehen konnten.





Anschließend machten wir uns auf den Weg zum botanischen Garten. Dabei kamen wir an Überwasserkirche vorbei. Ihren Namen verdankt die Liebfrauenkirche der Tatsache, dass bereits im 9. Jahrhundert an dieser Stelle ein Gotteshaus stand – in Überwasser, einer eigenständigen Gemeinde jenseits der Aa, die seinerzeit noch getrennt von Mimigernaford, also Münster war.
Von dort zum Schloss zu laufen, war eine Sache von wenigen Minuten. Im Schlossgarten dann jedoch den Eingang zum Botanischen Garten zu finden, brauchte mangels Ausschilderung oder Ortskenntnis dagegen Ausdauer. Nur mit Neugier, dem kleinen Stadtplan aus dem Hotel und der blödsinnigerweise nicht nach Norden ausgerichteten Karte eines großen US-Anbieters auf dem Handy ausgestattet, die beide weder alle Wege im Park noch die genaue Lage der einzelnen Gewässer unterwegs anzeigten, führte dazu, dass wir erst in die Irre liefen und später das eingezäunte Areal natürlich genau in die falsche Richtung umkreisten.



Der botanische Garten selbst mit seinen unterschiedlichen Anlagen und Pflanzensammlungen war die Mühe jedoch allemal wert. Wir genossen den Aufenthalt zwischen all den heimischen und exotischen Pflanzen dort so sehr, dass wir das Fotografieren fast gänzlich vergaßen.



Zurück ging es dann wieder durch die Altstadt, diesmal mit einem Abstecher zu St. Lamberti, dessen Himmelsleiter wir nachts vom Hotelbett leuchten sahen, und einem in den Friedenssaal mit seinen prächtigen Schnitzereien im historischen Rathaus. Dann wollte mein Lebensmensch noch unbedingt ein Geschenk für mich finden und, siehe da, obwohl die schönen Geschäfte in den Arkaden am Prinzipalmarkt weitgehend im arg gehobenen Preissegment angesiedelt sind und ich es es eigentlich gar nicht leiden kann, Kleidung anzuprobieren, erjagte mein Lieblingsmensch am Ende sogar zwei Geschenke für mich. :-))


